Über uns

Die Medien-Servicestelle verabschiedet sich

 

Leider müssen wir mitteilen, dass die Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) ab 1. Jänner 2018 keine neuen Serviceleistungen anbietet.

 

Es ist nicht gelungen, ab 2018 eine tragfähige Finanzierung sicherzustellen.

 

Wir danken dem Chefredakteur der MSNÖ, Mag. Zarko Radulovic, für seinen persönlichen Einsatz. Er und die zahlreichen freien Mitarbeiter/innen haben in den rund sieben Betriebsjahren großartige journalistische Arbeit geleistet und damit die sachgerechte Aufbereitung von Zahlen, Daten und Fakten rund um die Themen Migration, Asyl und Integration in Österreich gestärkt.

 

Wir danken unseren Wegbegleiter/innen, Partner/innen und Sponsor/innen dafür, dass sie unsere Leistungen mit ihren Beiträgen ermöglicht haben.

 

Bis auf weiteres bleiben die Homepage www.medienservicestelle.at und die “Stammtisch App” online verfügbar. Es werden allerdings keine Aktualisierungen mehr vorgenommen und keine neuen Artikel online gestellt.

 

Peter Wesely, Wolfgang Mitterlehner, Edward Strasser

Für den Vorstand des Vereins Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen

27. Dezember 2017

 

Rückblick

 

Der Gründungsauftrag

Über die Rolle von Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich gehen nicht nur die politischen Meinungen auseinander, es kursieren ebenso zahlreiche Daten und Zahlen, die sich auf den ersten Blick oft widersprechen. Gleichzeitig wird die öffentliche Diskussion häufig auf Basis von Vermutungen geführt, beispielsweise wenn es um den sogenannten Integrationswillen von Angehörigen einzelner Migrantengruppen oder um ihre Leistungen für Österreich geht.

 

Die „Medien-Servicestelle Neue ÖsterreicherInnen“ war eine Service-Einrichtung für JournalistInnen österreichischer Medien. Ein Team von jungen JournalistInnen, teilweise selbst mit Migrationshintergrund, bereitete Informationen über die Situation und die Rolle von Menschen, die aus zugewanderten Familien stammen und in Österreich leben, auf. Mit dieser Leistung hat die Medien-Servicestelle die Kolleginnen und Kollegen in den österreichischen Medien bei der Recherche im großen Themenfeld Integration/Migration unterstützt.

 

Grundsätze und Arbeitsweise

Die Medien-Servicestelle Neue ÖsterreicherInnen arbeitete politisch unabhängig und agierte als neutrale Informationsquelle. Sie vertrat in ihrer redaktionellen Arbeit keine Meinung – Zahlen, Daten, Fakten waren das Kernstück des journalistischen Angebots.

 

Die Medien-Servicestelle verstand sich als journalistische Schnittstelle zwischen Primärquelle und Medien: Studien, Statistiken und andere Informationen aus seriösen Quellen wurden von der Redaktion der Medien-Servicestelle gesichtet und aufbereitet, sodass JournalistInnen aller Ressorts mit möglichst geringem Aufwand darauf zugreifen konnten.

 

Leistungen

Die Medien-Servicestelle trat selbstständig an Medien mit aktuellen Inhalten über Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich heran. Außerdem nahm sie Rechercheanfragen von JournalistInnen an und bearbeitete sie unentgeltlich. Die Redaktion baute auf dieser Website eine iBibliothek (Integrations-Bibliothek) auf.

 

Insgesamt verzeichnete die MSNÖ seit dem Frühling 2011 fast eine Million Seitenaufrufe auf ihrer Webseite, rund 565.000 Besuche wurden gezählt. In den letzten Jahren gab es im Schnitt über 10.000 Besuche und über 16.000 Seitenaufrufe pro Monat auf der MSNÖ-Webseite. Die Artikel wurden per Verteiler an rund 700 Kontakte, großteils JournalistInnen, versandt. Die MSNÖ zählt im Dezember 2017 – ohne soziale Netzwerke intensiv genutzt zu haben – über 6.700 RSS-Abonnenten, knapp 1.100 Facebook-Freunde sowie rund 300 Twitter-Follower.

 

Seit dem Frühling 2011 wurden knapp 500 Artikel auf der Webseite der Medien-Servicestelle publiziert. Zudem wurden rund 230 Studien, die das Thema Integration/Migration/Asyl behandeln, in der „iBib“ veröffentlicht. Zwar hat die MSNÖ kein professionelles Monitoring betrieben, aber von der MSNÖ zur Verfügung gestellte Informationen wurden jährlich in hunderten Artikeln und Beiträgen verwendet.

 

Über 660 Recherche-Anfragen wurden in den vergangenen sechseinhalb Jahren behandelt und beantwortet – von österreichischen und mehreren ausländischen Medien sowie von Institutionen und Organisationen, die sich mit dem Thema Integration/Migration beschäftigt haben. Somit wurden pro Jahr im Schnitt über 100 ausführlichere Anfragen beantwortet.

 

Mit der Wiener Zeitung gab es seit 2014 eine Kooperation, in deren Rahmen journalistische MitarbeiterInnen der Medien-Servicestelle z.T. ausgebildet sowie laufend gecoacht wurden. Jährlich wurden rund 20 Artikel von MSNÖ-MitarbeiterInnen an die Wiener Zeitung geliefert.

 

Eine enge Kooperation gab es auch mit dem Österreichischen Integrationsfonds. Ein Integrationsglossar (2014) – eine Art Nachschlagwerk für sachliche und wertfreie Informationen aus der Integrations-Begriffswelt für JournalistInnen und Interessierte – wurde von der MSNÖ redaktionell aufbereitet und vom Integrationsfonds sowie dem damaligen Staatssekretariat für Integration herausgegeben. Zudem wurden in den vergangenen vier Jahren in Kooperation mit dem Integrationsfonds rund 30 Factsheets verfasst. In diesen Factsheets wurden aktuelle Zahlen und wichtige Fakten zu bestimmten Themen geliefert.

 

Mit der „Stammtisch-App“ wurde versucht, die oft hitzig geführten politischen Debatten zu versachlichen. Gängige Vorurteile zu den Themen Integration, Migration, Asyl, Fremdenfeindlichkeit, Nationalsozialismus werden in dieser App behandelt und richtiggestellt.

 

Initiatoren, Sponsoren und Vorstand

Die Medien-Servicestelle wurde von MitarbeiterInnen der Kammer für Arbeiter und Angestellte (AK), der Vereinigung der Österreichischen Industrie (IV), dem Verein Wirtschaft für Integration sowie der PR-Agentur The Skills Group initiiert und gegründet. Weitere Sponsoren waren das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres und das Bundeskanzleramt. Der ehrenamtliche Vorstand fühlte sich für die inhaltliche Positionierung und die Sicherung der Struktur verantwortlich.

 

Vorstand und Redaktion

Träger der Einrichtung war der Verein Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen. Der Vereinsvorstand besteht aus:

Peter Wesely (Obmann)

Edward Strasser

Wolfgang Mitterlehner

Maria-Anna McDonald

Marcin Kotlowski

 

Chefredakteur der Medien-Servicestelle war von Anfang 2011 bis 31. Dezember 2017 Mag. Zarko Radulovic.