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Glossar

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Abschiebung: Ein behördlicher Vollzug einer in einem rechtsstaatlichen Verfahren festgestellten Ausreisepflicht, wenn der/die Betroffene dieser Pflicht nicht nachkommt. Nicht zu verwechseln mit den Begriffen Ausweisung und Zurückschiebung.

 

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: 1948 von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet. Bekenntnis zu Freiheit, Würde und Rechten eines jeden Menschen.

 

Altersfeststellung: Minderjährige Asylsuchende können dieser unterzogen werden, wenn sie keine Dokumente mit sich führen oder die Minderjährigkeit in Zweifel gestellt wird. Siehe auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

 

Anerkennungsquote: Anteil der positiv entschiedenen Asylanträge aller Entscheidungen in einem Jahr.

 

Ankerfremde: Ehegattin, Ehegatte oder Elternteil, die/der bereits in Österreich niedergelassen ist.

 

Arbeitskräftewanderung: Die wirtschaftliche Lage eines Landes oder einer Region erfordert immer wieder eine nationale oder international Wanderung von Arbeitskräften. Siehe auch GastarbeiterInnen.

 

Assoziationsberechtigte türkische Staatsangehörige: Genießen dank längerer Aufenthalts- und Beschäftigungszeiten einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt.

 

Asyl: Das Recht auf Asyl ist ein Menschenrecht, das Verfolgte schützt. Verankert ist das Recht in der Genfer Flüchtlingskonvention.

 

Asylant: Abwertende Bezeichnung von Asylsuchenden, auf die man möglichst verzichten sollte.

 

Asylantrag: Kann in Österreich nur direkt im Land, und zwar in einem der drei Erstaufnahmezentren bzw. bei der Polizei beantragt werden.

 

Asylbescheid: Bei einem positiven Asylbescheid des Bundesasylamts (BAA), das direkt dem Bundesministerium für Inneres (BMI) untersteht, wird dem/der AntragstellerIn die Eigenschaft eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention zuerkannt. Bei einem negativen Asylbescheid wird die Zulässigkeit der Ausweisung des/der Asylsuchenden in den Herkunftsstaat geprüft. Diese ist unzulässig, wenn dadurch der/die Ausgewiesene in seinem/ihrem Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne des Artikel 8 Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verletzt wird. Abgewiesene Asylanträge können auch in subsidiären Schutz münden.

 

AsylwerberInnen/Asylsuchende: Personen, die auf Schutz hoffen, aber noch kein Asyl zugesprochen bekommen haben. Meist sind Menschen gemeint, die auf Entscheidung ihres Asylantrages warten.

 

Asylgerichtshof: Berufungsinstanz im Asylverfahren. 2008 anstelle des Unabhängigen Bundesasylsenats (UBAS) installiert.

 

Asylgesetz: Regelt die Voraussetzungen zur Gewährung von Schutz, inklusive der Anerkennung als Flüchtling im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention und der Gewährung von subsidiärem Schutz.

 

Assimilation: Vollständige Anpassung der MigrantInnen an die Mehrheitsgesellschaft.

 

Aufenthaltserlaubnis: Eine befristete Berechtigung, sich in Österreich aufzuhalten.

 

Aufenthaltstitel: Überbegriff der Dokumente, die den Status von sogenannten Drittstaatsangehörigen (außer Schweizern) zusammenfasst, wenn diese länger als sechs Monate in Österreich bleiben.

 

AusländerInnen: Personen in Österreich, die über keine österreichische Staatsbürgerschaft verfügen.

 

Ausländerbeschäftigungsgesetz: Regelt die Voraussetzungen für die Beschäftigung von AusländerInnen.

 

Ausweisung: Beendet den Aufenthalt einer Person im Land. Die Ausreise wird nicht näher definiert.

 

 

Beschäftigungsbewilligung: Ausländische StaatsbürgerInnen, die hier arbeiten wollen, brauchen eine Beschäftigungsbewilligung. Voraussetzung ist ein Aufenthaltstitel.

 

Bundesasylamt: Das Bundesasylamt (BAA) entscheidet in erster Instanz über Asylanträge.

 

Blue Card/Blaue Karte: EU-weiter Nachweis für Aufenthaltserlaubnis und Arbeitsgenehmigung für Drittstaatsangehörige.

 

BildungsausländerInnen:Studierende, die ihre Studienberechtigung, unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft, nicht in Österreich erworben haben.

 

Binnenmigration: Migration innerhalb eines Staates.

 

BKS: Kurzform für Bosnisch/Kroatisch/Serbisch.

 

Bundesbetreuung: Staatliche Versorgung von mittellosen Asylsuchenden.

 

 

 

Dequalifikation: Verlust oder Entwertung beruflicher Qualifikationen und Fähigkeiten. Siehe auch Nostrifizierung.

 

Diversität: Konzept, das kulturelle Vielfalt als positiv und nützlich (etwa am Beispiel von Sprachenkompetenz in der Wirtschaft) bewertet.

 

Drittstaaten: Staaten, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehören (mit der Ausnahme der Schweiz).

 

Dublin II: EU-Verordnung aus 2003, die die Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten bei Asylverfahren regelt. Asylsuchende haben Anspruch auf ein Asylverfahren innerhalb der EU. Haben sie in einem Land bereits Asyl beantragt, können sie das in keinem anderen EU-Staat mehr tun.

 

 

Einbürgerung: Eingebürgert werden Menschen durch die Verleihung der Staatsbürgerschaft.

 

Erstantrag: Antrag auf Aufenthaltsbewilligung bzw. Niederlassungsbewilligung einer Person, die noch über keinen Aufenthaltstitel verfügt.

 

Erstaufnahmestelle (EAST): Hier bringen Asylsuchende einen Asylantrag ein. In Österreich gibt es drei Erstaufnahmestelle: Traiskirchen (NÖ), Thalham (OÖ) und am Flughafen Wien-Schwechat.

 

Erwerb durch Abstammung: Wie in der Schweiz und in Deutschland erwerben Kinder die in Österreich die Staatsbürgerschaft durch die Abstammung: Eheliche Kinder erhalten mit der Geburt automatisch die Staatsbürgerschaft, wenn zu diesem Zeitpunkt ein Elternteil

österreichische Staatsbürgerin/österreichischer Staatsbürger ist (für Details, etwa zur Frage der Doppelstaatsbürgerschaft, siehe hier). In anderen Länder, etwa den USA, gibt es das Territorialprinzip.

 

EUMC (European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia): Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

 

Ex-Jugoslawen: Der Begriff fasst die Bürger Ex-Jugoslawiens zusammen (Bosnier, Kosovo-Albaner, Kroaten, Mazedonier, Montenegriner, Serben, Slowenenen).

 

 

Familiennachzug (Familienzusammenführung): Zuzug von Familienangehörigen mit Aufenthaltserlaubnis, um die Familieneinheit (wieder)herzustellen oder aufrechtzuerhalten. Das Prozedere variiert je nach fremdenrechtlicher Situation. Für Details siehe hier.

 

Flüchtling bzw. Flüchtlinge (=Asylberechtigte/r): Im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind Personen Flüchtlinge, die aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer „Rasse“, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder sich wegen ihrer politischen Überzeugung außerhalb ihres Landes befinden und Asyl zugesprochen bekommen haben.

 

Fremdenrecht: Regelt sämtliche Bereiche, die die Einreise und den Aufenthalt von „Fremden” in Österreich betreffen, also auch möglich Einreiseverbote und Ausweisungen sowie die Voraussetzungen, die für eine Niederlassung erfüllt werden müssen (siehe auch Fremdenpolizeigesetz, Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz, Asylgesetz bzw. auch Ausländerbeschäftigungsgesetz)

 

Fremdenpolizeigesetz: Regelt den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen in den ersten sechs Monaten ihres Aufenthaltes und die Aufgaben der Fremdenpolizei. Zusammen mit dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG) ersetzte das Fremdenpolizeigesetz das alte Fremdengesetz.

 

 

GastarbeiterInnen: So wurde die Generation von ArbeitsmigrantInnen bezeichnet, die vermittelt über Anwerbe-Abkommen bis 1973 nach Österreich kamen, um der Nachfrage nach Arbeitskräften gerecht zu werden. Anfangs ging man davon aus, dass es sich um einen temporären Aufenthalt im Land handelt. Von ExpertInnen kritisiert wird, dass der Begriff teilweise bis heute auch für nachfolgende Generationen von MigrantInnen oder Menschen mit Migrationshintergrund verwendet wird.

 

Gebietsbeschränkung: Laut Asylgesetz dürfen Asylsuchende während des Zulassungsverfahrens zum Asylverfahren lediglich im Gebiet einer bestimmten Bezirksverwaltungsbehörde aufhalten.

 

Gelinderes Mittel: Wenn nach Einschätzungen der Behörden ausreichend, kann statt einer Abschiebung das sogenannte gelindere Mittel zum Zug kommen: Betroffene haben sich in bestimmten Unterkünften aufzuhalten und jeden zweiten Tag zu melden. Bei Minderjährigen bis zum 16. Lebensjahr muss immer das gelindere Mittel angewendet werden.

 

Genfer Flüchtlingskonvention: Seit 1955 in Österreich in Kraft. Siehe auch Flüchtling.

 

Grundversorgung neu: Sichert Asylsuchenden während laufenden Verfahren sowie subsidiär Schutzberechtigten grundlegende Leistungen wie eine Unterkunft, Verpflegung, Krankenversorgung etc.

 

 

halal: Was nach islamischem Glauben erlaubt ist (etwa bezüglich der Zubereitung von Essen)

 

Humanitäres Bleiberecht: Ein gesetzlich geregelter Sonderstatus, der es besonders schutzbedürftigen Personen erlaub, in Österreich zu leben. Dafür müssen Voraussetzungen wie gute Deutschkenntnisse, eine Beschäftigung und die Integration erfüllt werden.

 

 

Integration: Laut Demokratiezentrum Wien stammt das Wort Integration aus dem Lateinischen und bedeutet „Wiederherstellen eines Ganzen“. Im Zusammenhang mit Migration wird so meist die gleichberechtigte Aufnahme von MigrantInnen in die Mehrheitsgesellschaft bezeichnet, die sich von der vereinnahmenden Assimilation unterscheidet.

 

Integrationsvereinbarung: Dient der sprachlichen Integration von Drittstaatsangehörigen, die sich dauerhaft in Österreich niederlassen wollen. MigrantInnen verpflichten sich durch die Vereinbarung, innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen Deutsch-Sprachkurs zu besuchen. Innerhalb von zwei Jahren sind ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache zu erwerben.

 

Interkulturalität: Austausch zwischen Kulturen. In der Wissenschaft wird der Begriff heute oft nicht mehr als zeitgemäß gesehen und durch Transkulturalität ersetzt.

 

Illegale/Illegalität: In Zusammenhang mit Migration wird immer wieder von sogenannten Illegalen gesprochen. Die Verwendung der Bezeichnung sollte man in diesem Kontext aber möglichst umgehen. NGOs kritisieren, dass er dadurch ein negatives Bild von Menschen erzeugt wird, etwa durch Pauschalierungen oder Vereinfachungen. Politischen Flüchtlingen etwa, die oft ohne Dokumente flüchten müssen, werde der Begriff oft zu Unrecht übergestülpt, sollten sie später als Flüchtlinge anerkannt werden.

 

 

 

 

 

Marginalisierung: Eine Gruppe wird kollektiv an den gesellschaftlichen Rand gedrängt.

 

Mehrheitsgesellschaft: Zahlenmäßig überlegene Bevölkerungsgruppe, die durch ihr Übergewicht gewisse kulturelle Norm vorgibt.

 

Menschenrechtsbeirat: Der österreichische Menschenrechtsbeirat zeigt strukturelle Mängel und Defizite in Hinblick auf die Achtung der Menschenrechte auf. http://www.menschenrechtsbeirat.at

 

MigrantInnen: Menschen, die von einem Wohnsitz/Land zu anderen (dauerhaften) Wohnsitzen/Ländern wandern. Ab dem Zeitpunkt der (neuerlichen) Niederlassung sind die Personen genau genommen keine MigrantInnen mehr, sondern Menschen mit Migrationshintergrund. Eine Person kann zu- und abwandern. Die Wanderung kann rechtlich in verschiedene Bereiche fallen, wie dem Asyl, der Arbeitskräftewanderung oder des Familiennachzugs.

 

Migrationshintergrund: Die Statistik Austria erfasst darunter jene Personen, deren Elternteile beide im Ausland geboren worden sind. In anderen Erhebungen werden auch die Personen, von denen nur ein Elternteil im Ausland geboren wurde, zur Gruppe der Personen mit Migrationshintergrund gezählt. Die Bezeichnung ist unabhängig von der offiziellen Staatsbürgerschaft und kein Synonym zu Ausländer.

 

Mitwirkungspflicht: Seit 1. Juli 2011 müssen Asylsuchende am Beginn ihres Verfahrens 120 Stunden bzw. fünf Tage in den Erstaufnahmestellen anwesend sein.

 

Multikulturalität: Zusammenleben verschiedener Kulturen in einer Gesellschaft. Als gesellschaftlicher Begriff eher schon aus der Mode gekommen und auch von SozialwissenschafterInnen heute zumeist als nicht mehr zeitgemäß abgelehnt. Weiterentwicklungen: siehe Interkulturalität, Diversität und Transkulturalität.

 

 

Niederlassungsbewilligung: Drittstaatenangehörige, die dauerhaft in Österreich bleiben und arbeiten wollen, benötigen diese Bewilligung. Ausgenommen von den Bestimmungen sind anerkannte Flüchtlinge oder Familienangehörige von ÖsterreicherInnen und EU-BürgerInnen.

 

Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz: Regelt die Erteilung, Versagung sowie die Entziehung von Aufenthaltstiteln von Fremden, die sich länger als sechs Monate im Bundesgebiet aufhalten oder aufhalten wollen. Aufenthalte bis zu sechs Monaten richten sich nach den Bestimmungen des Fremdenpolizeigesetzes.

 

Niederlassungsfreiheit (Freizügigkeit): Im Vertrag zur Gründung der EU festgelegtes Recht der EU-BürgerInnen, sich in jedem Mitgliedstaat der Europäischen Union niederzulassen.

 

Non Refoulement: Basiernd auf der Europäischen Menschenrechtskonvention dürfen Menschen unter bestimmten Umständen nicht abgeschoben werden, etwa wenn sie dadurch in Gefahr geraten.

 

Nostrifizierung: Die Anerkennung und Umwandlung von ausländischen Schul- und Ausbildungszeugnissen.

 

 

 

 

Parallelgesellschaft: Bevölkerungsgruppe, die sich von der von der Mehrheitsgesellschaft und anderen Bevölkerungsgruppen abschottet und nach ihren eigenen kulturellen Normen lebt.

 

 

 

Resettlement: Die dauerhafte Neuansiedlung von Flüchtlingen in einem Drittstaat, der Betroffenen Flüchtlingsschutz gewährt und ihnen die Möglichkeit bietet, sich im neuen Land zu integrieren.

 

Rot-Weiß-Rot-Karte: Regelten lange Quoten die Zuwanderung von Arbeitskräften, besteht seit 1. Juli 2011 ein Punktesystem. Durch bestimmte Vorraussetzungen erhalten Zuwanderer/Zuwanderinnen Punkte und ab einer gewissen Anzahl eine Rot-Weiß-Rot-Karte.

 

Rotationsprinzip: (Ausländische) Arbeitskräfte werden temporär für einen bestimmten Zeitraum (z.B. Hochkonjunktur) geholt und sollen danach wieder „abgebaut werden“. In der Praxis ist Letzteres oft schwierig zu bewerkstelligen und viele Menschen bleiben länger im Land.

 

Rückkehrberatung: Soll Asylsuchende dabei unterstützen, in ihre Heimat zurückzukehren und umfasst auch die „Abklärung der Perspektiven“ nach Abschluss des Asylverfahrens.

 

 

SaisonarbeiterInnen/Saisoniers: Personen, die nur für einen bestimmten, begrenzten Zeitraum (die Saison) in einem Land oder einer Region arbeiten. Oft handelt es dabei um AusländerInnen, die mit befristeten Aufenthaltsgenehmigungen oder illegal erwerbstätig sind.

 

SchlepperInnen: Personen, die rechtswidrig die Ein- oder Durchreise von „Fremden“ fördert.

 

Schlüsselkraft: Schlüsselkräfte sind AusländerInnen, die eine besondere am österreichischen Arbeitsmarkt nachgefragte Ausbildung oder spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten mit entsprechender beruflicher Erfahrung besitzen. Seit der Fremdenrechtsnovelle 2011 werden Qualifikationen anhand eines Punktesystems eingestuft, das den gesamtwirtschaftlichen Nutzen der beabsichtigten Erwerbstätigkeit bewertet.

 

Schubhaft: Wird gegenüber „Fremden“ angewendet, um Ausweisungen und Abschiebungen durchzusetzen, wenn die Behörden eine Gefahr sehen, dass sich diese dem Verfahren entziehen. Schubhaft ist keine Strafhaft. Siehe auch Gelinderes Mittel.

 

SchwarzafrikanerInnen: WissenschafterInnen empfehlen mittlerweile, auf die Verwendung des Begriffes zu verzichten, da er sich auf äußerliche Merkmale bezieht und teils negativ konnotiert ist. Alternativ kann man den Namen des Herkunftslandes („gebürtig“) oder eine Kombination mit der neuen Heimat („Austro-AfrikanerInnen“) gebrauchen.

 

Staatsbürgerschaft: Der Erwerb der Staatsbürgerschaft ist je nach Land unterschiedlich geregelt: In Österreich, der Schweiz und Deutschland gilt der Erwerb durch Abstammung, in den USA oder Australien das Territorialprinzip, Staaten wie Frankreich oder Italien haben Mischformen.

 

Subsidiärer Schutz: Subsidiär schutzberechtigt und somit temporär einreise- und aufenthaltsberechtigt sind Personen, die keine anerkannten Flüchtlinge im Sinn der Genfer Konvention sind, die aber verfolgt werden oder deren eine Rückkehr in ihre Heimat ihr Leben gefährden könnte.

 

 

Territorialprinzip: Erwerben Kinder automatisch die Staatsangehörigkeit des Landes (wie etwa in den USA), in dem sie zur Welt kommen, so gilt das sogenannte Territorialprinzip, auch ius solis („Recht des Bodens“) genannt. In vielen Staaten gelten Mischformen aus dem Abstammungs- und dem Territorialprinzip. In Österreich gilt der Erwerb durch Abstammung.

 

Transkulturalität: Kultureller Austausch über Grenzen hinweg. Der Begriff wird in der Wissenschaft heute oft als progressivere Alternative für Interkulturalität und Multikulturalität verwendet.

 

 

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UmF): Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre, die allein flüchten mussten. Unterliegen bestimmter besonderer Regelungen. Siehe auch Gelinderes Mittel.

 

Umgangssprache: Die Sprache, die im Alltag und im privaten Kreis hauptsächlich verwendet wird.

 

Umweltflüchtlinge (Klimaflüchtlinge): Nennt man Menschen, die ihre Heimat wegen Naturkatastrophen oder Umweltschäden verlassen müssen. Der Begriff ist noch nicht genau geklärt.

 

 

 

Wanderungssaldo: In der demographischen Forschung die Differenz zwischen Zuwanderung und Abwanderung. Ein positives Wanderungssaldo ist dabei gegeben, wenn die Zuwanderung größer ist als die Abwanderung.

 

Wirtschaftsflüchtlinge: Menschen, die ihre Heimat wegen ihrer wirtschaftlichen Lage verlassen. Der Begriff, der nicht der klassischen Definition von Flüchtling entspricht, ist umstritten. Dazu wird er oft in abwertender Weise verwendet: Personen, von denen behauptet wird, dass sie das Asylrecht ohne wirkliche Not ausnutzen wollen, werden mitunter als „Wirtschaftsflüchtlinge“ bezeichnet.

 

 

 

 

Zuwanderungsquoten: Maximal zulässige Zahl der Aufenthaltstitel an Drittstaatsangehörige in einem Jahr. Die Quote wird jährlich in Verordnungen festgelegt.

 

Zuwanderer/Zuwanderinnen: Personen, die ihren Wohnort von einem anderen Land nach Österreich verlegt. Siehe auch MigrantInnen.

 

Zweite Generation: Nachkommen von zugewanderten Personen. Sind selbst in Österreich geboren.