Im Jahr 2012 wurden 1.036 Anträge zu Nostrifikationen von Schulzeugnissen und Lehrabschlüssen beurteilt. 420 positiven Bescheiden standen 256 negative gegenüber. 360 erhielten einen Bescheid mit der Vorschreibung von Zusatzprüfungen.
Nostrifikation: JedeR fünfte MigrantIn stellt Antrag
17,7 Prozent der MigrantInnen stellten laut einer Studie der Statistik Austria (2008) einen Antrag auf Bildungsanerkennung, Deutsche ZuwandererInnen werden am häufigsten nostrifiziert, TechnikerInnen sind am erfolgreichsten bei der Anerkennung.
218.596 SchülerInnen mit nicht-deutscher Umgangssprache
218.596 SchülerInnen hatten im Schuljahr 2011/12 eine nicht-deutsche Umgangssprache. BKS (63.348) und Türkisch (57.570) waren dabei am häufigsten vertreten. Die meisten SchülerInnen mit nicht-deutscher Umgangssprache wohnen in Wien.
42 Sprachen im Psychotherapieangebot – Großer Bedarf
Psychotherapie wird in Österreich in 42 Sprachen angeboten. Insgesamt gibt es zwischen 150 und 200 Erstsprachen. ExpertInnen der interkulturellen bzw. transkulturellen Psychotherapie fordern eine Sprachen-Ausweitung des Therapieangebots.
Dequalifizierung von MigrantInnen am Arbeitsmarkt
Laut Arbeitsklimaindex vom November 2012 verdienen MigrantInnen um rund 150 Euro weniger als autochthone ÖsterreicherInnen. Zusätzlich dazu sind Erwerbstätige mit Migrationshintergrund häufiger von Dequalifikation am österreichischen Arbeitsmarkt betroffen.
Migration & Integration – Was kommt 2013?
5.133 Drittstaatsangehörige dürfen 2013 nach Österreich einwandern, eine Staatsbürgerschaftsnovelle und die "Rot-Weiß-Rot-Fibel" sollen kommen, Asyl wird wohl auch 2013 ein wichtiges Thema bleiben, Wien bekommt einen neuen "Migrations-Award". Hier eine Übersicht zu wichtigen Themen und Veranstaltungen im nächsten Jahr:
Migration & Integration 2012 – Rückblick
In den Bereichen Migration & Integration passierte auch 2012 einiges: Die Unterbringung von AsylwerberInnen war ein großes Thema, die Rot-Weiß-Rot-Karte sowie die Arbeitsmarktöffnung jährten sich zum ersten Mal, das Islamgesetz feierte seinen 100. Geburtstag. Hier eine kompakte Zusammenfassung:
Berufsschulen: Geringer Anteil an MigrantInnen
Mehr als ein Drittel der MigrantInnen beendet die Schullaufbahn nach der Schulpflicht. Ihr Anteil ist in Berufsschulen am niedrigsten. Ausländische Lehrlinge sind am häufigsten in der überbetrieblichen Lehrausbildung und im Tourismus tätig.
JournalistInnen mit Migrationshintergrund: Neue Zahlen
10,6 Prozent von rund 1.700 befragten JournalistInnen haben laut einer MSNÖ-Umfrage im weitesten Sinne internationale Wurzeln. Bei 5,0 Prozent konnte ein Migrationshintergrund nachgewiesen werden. Deutsche JournalistInnen sind überrepräsentiert, ex-jugoslawische und türkische unterrepräsentiert.
Wiens Kindergärten: 56% nichtdeutscher Erstsprache
Der Anteil an Wiener Kindergarten-Kindern mit nicht-deutscher Erstsprache lag 2010/11 bei 56,3 Prozent (20.091 Kinder). Die Kompetenz und das Niveau der Sprachen werden von PädagogInnen nicht überprüft. Sprachenangebote in Kindergärten finden nur auf Eigeninitiative der jeweiligen Einrichtungen statt.
Studierende: 82 Prozent BildungsinländerInnen
7,3 Prozent der insgesamt 82 Prozent BildungsinländerInnen haben laut der Studierenden-Sozialerhebung 2011 einen Migrationshintergrund. Weitere Ergebnisse: BildungsausländerInnen kommen aus höheren Schichten und geistes- und kulturwissenschaftliche Fächer sind bei MigrantInnen am beliebtesten.
MigrantInnen: Schwierige Studienfinanzierung
Etwa die Hälfte der MigrantInnen an den österreichischen Universitäten ist von Geldknappheit betroffen. Als Hauptursache dafür wurde die fehlende finanzielle Unterstützung durch die Eltern angegeben. BildungsausländerInnen müssen durchschnittlich mit 900 € auskommen.
Wiener MigrantInnen: Hohe Sprachkompetenz
Wiener MigrantInnen beherrschen im Durchschnitt drei Sprachen - und sind damit mehrsprachiger als autochthone ÖsterreicherInnen. Fast 40 Prozent der MigrantInnen sprechen sogar eine vierte oder fünfte Sprache. Ihr Spektrum umfasst insgesamt 100 verschiedene Sprachen.
210.788 SchülerInnen mit nicht-deutscher Erstsprache
210.788 SchülerInnen in Österreich hatten im Schuljahr 2010/11 eine andere Erstsprache als Deutsch. Fast 63.000 SchülerInnen sprechen BKS (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch), über 56.000 Türkisch. Dieses Potenzial wird beim mehrsprachigen Redewettbewerb "Sag´s Multi!" forciert.
Fachkräfte: Wirtschaft benötigt Zuwanderung
Der Fachkräftemangel spitzt sich zu: Fast 150.000 neue MitarbeiterInnen werden laut einer aktuellen Studie in den nächsten sechs Monaten benötigt. Vor allem durch mehr qualifizierte ZuwanderInnen erhoffen sich Unternehmen eine Besserunge der Lage.
Über 81.500 ausländische Studierende in Österreich
Von insgesamt 360.495 Studierenden im Wintersemester 2011/12 kamen 81.578 Personen aus dem Ausland. Somit erhöhte sich die Anzahl gegenüber dem Vorjahr um 6.167 Personen. Die größte Ausländergruppe kam aus Deutschland, gefolgt von Italien und der Türkei.
Muttersprachlicher Unterricht: 23 Sprachen
31.853 SchülerInnen nahmen im Schuljahr 2010/11 muttersprachlichen Unterricht in Anspruch. Sie wurden in insgesamt 7.042 Wochenstunden unterrichtet. Zur selben Zeit hatten insgesamt 207.054 SchülerInnen eine andere Muttersprache als Deutsch.
404 LehrerInnen lehren muttersprachlichen Unterricht
Im Schuljahr 2010/11 unterrichtete eine Lehrperson des muttersprachlichen Unterrichts in Österreich durchschnittlich 78,8 SchülerInnen in 17,4 Wochenstunden an 3,2 Schulen. Den höchsten Durchschnittswert für SchülerInnen pro Lehrkraft hatte mit 104,0 Vorarlberg.
Integrationsbericht 2012
Der Integrationsbericht 2012 untersucht anhand von Zahlen, Daten und Fakten der Statistik Austria das Zusammenleben von Personen in- und ausländischer Herkunft in Österreich.
20-Punkte-Programm: Die Bilanz des Expertenrats
Der Expertenrat für Integration zieht Bilanz über die Umsetzung seines vor einem Jahr veröffentlichten 20-Punkte-Programms. Weiters werden Potentiale der Maßnahmen im integrationspolitischen Bereich besprochen.
