Das Portal für JournalistInnen zu Migration und Integration

Wien: Hälfte der Bevölkerung hat Migrationshintergrund

Wien ist und bleibt eine Zuwanderungsstadt. Mittlerweile hat jede/r zweite in Wien lebende Person Migrationshintergrund. Probleme gibt es laut dem dritten Integrations- und Diversitätsmonitor der Stadt Wien u.a. auf der Ebene der politischen Partizipation: Rund ein Viertel der Wiener Bevölkerung ist vom Wahlrecht ausgeschlossen.

Höheres Armutsrisko für AusländerInnen

35 Prozent der hier ansässigen nicht-österreichischen Staatsangehörigen sind armuts- und ausgrenzungsgefährdet. Damit sind mehr als doppelt so viele betroffen wie österreichische StaatsbürgerInnen (16 Prozent). Kinder aus armutsgefährdeten MigrantInnen-Familien haben es besonders schwer.

Berufseinstieg von AkademikerInnen mit Migrationshintergrund

MigrantInnen brauchen länger bei ihrer ersten Jobsuche und schreiben mehr Bewerbungen als ÖsterreicherInnen. Personen aus Ex-Jugoslawien schreiben gar 33 Bewerbungen, bevor sie einen Job bekommen. AkademikerInnen mit Migrationshintergrund finden seltener eine unbefristete Tätigkeit.

GastarbeiterInnen bedeutend für österreichische Wirtschaft

GastarbeiterInnen haben in den 1960ern und 1970er Jahren wesentlich zum Wirtschaftsaufschwung in Österreich beigetragen - vor allem jene aus Ex-Jugoslawien und der Türkei. Sie glichen den Arbeitskräftemangel aus und verlängerten den Wirtschaftsaufschwung. Auch heute sind sie ein wichtiger Faktor in der österreichischen Wirtschaft.

Schwarze: Ungleichbehandlung und Rassismus

Für viele in Österreich lebende Menschen mit schwarzer Hautfarbe existiert Gleichheit und Gleichstellung vor den österreichischen Verwaltungs- und Justizinstitutionen, im Gesundheitssystem und im öffentlichen Raum nicht. Laut einer Studie erfahren schwarze Menschen in Österreich immer wieder Diskriminierungen.

Studie: Österreich nur „bedingt zukunftsfähig“

In einer internationalen Vergleichsstudie liegt Österreich bei der Politikperformanz auf Platz 19 von insgesamt 41 EU- und OECD-Ländern. Besonders schlecht fiel die Beurteilung des Bereichs Integration aus. MigrantInnen haben im Bildungssystem und am Arbeitsmarkt weit schlechtere Chancen als ÖsterreicherInnen.

 

Drei Jahre Rot-Weiß-Rot-Karte: Ziel klar verfehlt

Seit der Einführung 2011 wurde das Ziel, mithilfe der Rot-Weiß-Rot-Karte jährlich ca. 8.000 (hoch)qualifizierten Drittstaatsangehörigen eine Arbeitsbewilligung für Österreich zu erteilen, weit verfehlt. Im Vorjahr wurden 1.177 RWR-Karten ausgestellt. Mit Ende 2013 waren 1.592 RWR-Karten im Umlauf.

Soziale Situation der GastarbeiterInnen – heute

Durch die Anwerbe-Abkommen mit der Türkei und Jugoslawien kamen hunderttausende GastarbeiterInnen nach Österreich. Der Großteil ist hier geblieben. Heute üben sie vermehrt Arbeiterberufe aus, beziehen ein verhältnismäßig geringes Einkommen. Gastarbeiter verfügen über ein stark ausgeprägtes familiäres und soziales Netzwerk.

Soziale Situation der GastarbeiterInnen – damals

Die soziale Lage der GastarbeiterInnen hierzulande war schlecht: Sie waren meist in Niedriglohn-Branchen tätig, über zwei Drittel der GastarbeiterInnen lebten 1981 in Substandard-Wohnungen. Heimweh, Verständigungsschwierigkeiten und Stress prägten die soziale Situation der GastarbeiterInnen.

Anwerbe-Abkommen mit Türkei – geschichtlicher Hintergrund

Am 15. Mai 1964 wurde das Anwerbe-Abkommen mit der Türkei unterzeichnet. Es regelt die Anwerbung türkischer Arbeitskräfte und deren Beschäftigung in Österreich. Offiziell kamen GastarbeiterInnen über Anwerbekommissionen, mit der Zeit wurden auch Mundpropaganda und "Touristenbeschäftigung" gängige Anwerbemethoden.

 

Österreich ohne Zuwanderung: Daten und Fakten

ZuwanderInnen bilden einen wichtigen Teil der österreichischen Bevölkerung. Etwa jede fünft Person hat Migrationshintergrund. Wie aber würde Österreich ohne Zuwanderung aussehen? Die MSNÖ wirft einen näheren Blick auf die Bevölkerungsstruktur und wichtige soziale-ökonomische Bereiche.

AK Wien: 38% der Mitglieder haben Migrationshintergrund

Rund 320.000 Mitglieder der AK Wien haben Migrationshintergrund. Damit sind 38 Prozent aller Mitglieder MigrantInnen. Diese Personen können - selbst wenn sie nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen - an den AK-Wahlen teilnehmen.

Migration & Integration – Was kommt 2014?

2014 soll ein Anerkennungsgesetz für ausländische Berufsabschlüsse kommen, das Islamgesetz aus dem Jahr 1912 soll novelliert werden. Asyl bleibt ein wichtiges Thema und ein Gesellschaftsklimatag steht an. Die Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen bietet eine Übersicht zu wichtigen Themen und Veranstaltungen im nächsten Jahr.

Migration & Integration 2013 – Rückblick

Im Jahr 2013 ist die Zahl der PolitikerInnen mit Migrationshintergrund gestiegen. Ihr Anteil, gemessen an der Bevölkerung, bleibt jedoch weiter gering. Das neue Staatsbürgerschaftsgesetz soll die Einbürgerung für "besonders gut" Integrierte erleichtern. 2013 war auch das Jahr der Flüchtlingsproteste. Die MSNÖ liefert einen kompakten Rückblick.

Situation älterer MigrantInnen: Später in Pension

Personen mit Migrationshintergrund verbringen ihren Lebensabend zunehmend in ihrer neuen Heimat Österreich. Sie weisen im Vergleich zur autochthonen Bevölkerung eine schlechtere ökonomische Situation auf, leiden öfter unter gesundheitlichen Problemen und sie gehen deutlich später in Pension.

2012 wurden 420 Anerkennungen durchgeführt

Im Jahr 2012 wurden 1.036 Anträge zu Nostrifikationen von Schulzeugnissen und Lehrabschlüssen beurteilt. 420 positiven Bescheiden standen 256 negative gegenüber. 360 erhielten einen Bescheid mit der Vorschreibung von Zusatzprüfungen.

Nostrifikation: JedeR fünfte MigrantIn stellt Antrag

17,7 Prozent der MigrantInnen stellten laut einer Studie der Statistik Austria (2008) einen Antrag auf Bildungsanerkennung, Deutsche ZuwandererInnen werden am häufigsten nostrifiziert, TechnikerInnen sind am erfolgreichsten bei der Anerkennung. 

Dequalifizierung von MigrantInnen am Arbeitsmarkt

Laut Arbeitsklimaindex vom November 2012 verdienen MigrantInnen um rund 150 Euro weniger als autochthone ÖsterreicherInnen. Zusätzlich dazu sind Erwerbstätige mit Migrationshintergrund häufiger von Dequalifikation am österreichischen Arbeitsmarkt betroffen.

Sicherere Baustellen durch mehrsprachige Bauarbeiter

Mehrsprachige Bauarbeiter sorgen durch Übersetzungen für sicherere Baustellen und reibungslosere Abläufe. Zu diesem Ergebnis kommt die AK-Studie "Kommunikation und Sicherheit auf der mehrsprachigen Baustelle". Dennoch wird diese Sonderleistung nicht entlohnt.

Migration & Integration – Was kommt 2013?

5.133 Drittstaatsangehörige dürfen 2013 nach Österreich einwandern, eine Staatsbürgerschaftsnovelle und die "Rot-Weiß-Rot-Fibel" sollen kommen, Asyl wird wohl auch 2013 ein wichtiges Thema bleiben, Wien bekommt einen neuen "Migrations-Award". Hier eine Übersicht zu wichtigen Themen und Veranstaltungen im nächsten Jahr: