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Bildungssituation von MigrantInnen und AusländerInnen

Bildungssituation von MigrantInnen und AusländerInnen

Sep 6, 2017

Factbox

  • MigrantInnen und AusländerInnen in hohen und niedrigen Bildungsschichten vertreten
  • Deutlicher Anstieg des Bildungsniveaus bei AusländerInnen und ÖsterreicherInnen
  • Zweite Generation nähert sich dem Bildungsniveau der autochthonen Bevölkerung an
  • Jugendliche MigrantInnen häufiger ohne Erwerbstätigkeit oder Aus- bzw. Weiterbildung

 

MigrantInnen und AusländerInnen sind im Vergleich zur autochthonen Bevölkerung sowohl in den niedrigsten als auch in den höchsten Bildungsschichten überdurchschnittlich stark vertreten. Verfügen in Österreich lebende Personen ohne Migrationshintergrund häufiger über Lehrabschlüsse oder Abschlüsse in berufsbildenden mittleren Schule, sind MigrantInnen und AusländerInnen öfters AkademikerInnen – oder sie befinden sich am anderem Ende der Bildungshierarchie und haben lediglich einen Pflichtschulabschluss. Dabei ist insbesondere bei türkischen MigrantInnen der Anteil jener hoch, die nur die Pflichtschule besuchten.

 

Gleichzeitig sind jugendliche MigrantInnen deutlich häufiger ohne Erwerbstätigkeit oder Aus- bzw. Weiterbildung. Kein Unterscheid bei der Weiterbildungsaktivität nach Staatsangehörigkeit zeigt sich hingegen, wenn auch Erwachsenen mitgerechnet werden. Anlässlich des Weltbildungstages am 8. September wirft die Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) einen Blick auf die Bildungssituation von MigrantInnen.

 

Immer mehr ausländische AkademikerInnen

Ein Blick auf den Bildungsstand ausländischer Staatsangehörigen zeigt, dass AusländerInnen sowohl in den niedrigsten als auch in den höchsten Bildungsschichten überdurchschnittlich stark vertreten sind, während österreichische StaatsbürgerInnen häufiger Abschlüsse auf der mittleren Bildungsebene aufweisen.

 

So weisen im vergangenen Jahr 25,2 Prozent der AusländerInnen als höchste Ausbildung eine Pflichtschule auf, gleichzeitig schlossen 23 Prozent eine Universität, eine Fachhochschule oder eine Akademie ab. Bei den österreichischen StaatsbürgerInnen liegt der AkademikerInnen-Anteil hingegen bei 16,7 Prozent. 12,5 Prozent der ÖsterreicherInnen haben als höchste Ausbildung eine Pflichtschule abgeschlossen. Der Großteil der ÖsterreicherInnen schloss eine Lehre oder eine Berufsbildende mittlere Schule ab (54,8 Prozent).

 

Im Zeitverlauf blieb diese Verteilung relativ konstant, wobei es sowohl bei ÖsterreicherInnen als auch bei AusländerInnen zu einem deutlichen Anstieg des Bildungsniveaus kam.

 

Bildungsstand_seit_1971_AuslaenderInnen

Bildungsstand_seit_1971_OesterreicherInnen

Bildungsniveau der25-64-Jährigen 1971, 1991 und 2016, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Zweite Generation nähert sich autochthoner Bevölkerung an

Wirft man einen Blick auf den Migrationshintergrund – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – zeigt sich, dass sich das Bildungsniveau der zweiten Zuwanderungsgeneration jener der autochthonen Bevölkerung in Österreich annähert.

 

So sind MigrantInnen der ersten Generation, ähnlich den ausländischen StaatsbürgerInnen, am stärksten bei den niedrigsten und höchsten Bildungsschichten vertreten. Der Großteil der zweiten Generation weist als höchste abgeschlossene Ausbildung eine Lehre oder eine Berufsbildende Mittlere Schule auf (50,6 Prozent), während der AkademikerInnen-Anteil bei 15,1 Prozent liegt. Zum Vergleich: Bei Personen ohne Migrationshintergrund liegt der AkademikerInnen-Anteil bei 16,9 Prozent, bei der zweiten Generation bei 21 Prozent.

 

Unterschiede zeigen sich zudem je nach Herkunftsland: Wenige AkademikerInnen finden sich insbesondere bei MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien (sieben Prozent) sowie aus der Türkei (vier Prozent), während bei den EU-Staaten, die vor 2004 beigetreten sind (39,5 Prozent), sowie bei den Drittstaaten (34,6 Prozent) der AkademikerInnen-Anteil deutlich höher ist.

 

Gleichzeitig sind MigrantInnen aus der Türkei überproportional im niedrigen Bildungsniveau vertreten: Ganze 60,9 Prozent der türkischen MigrantInnen verfügen lediglich über einen Pflichtschulabschluss.

 

Bildungsniveau der 25-64-Jährigen 2016

Bildungsniveau der 25-64-Jährigen 2016, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Migrantische Jugendliche häufiger ohne Arbeitsmarkt- und Bildungsbeteiligung

Ein weiter Indikator, um die Bildungssituation von MigrantInnen zu skizzieren, ist die sogenannte NEET-Quote. Also die Quote jener Jugendlichen, die weder erwerbstätig noch in Aus- oder Weiterbildung sind. In Österreich zählten 2016 acht Prozent aller Jugendlichen als „NEET“ (not in education, employment or training). Bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund waren nur sechs Prozent betroffen, während bei jenen mit Migrationshintergrund 13 Prozent betroffen waren – gegenüber 2015 (14 Prozent) sank diese Zahl leicht.

 

Dabei ist der Anteil der Jugendlichen ohne Arbeitsmarkts- und Bildungsbeteiligung bei der ersten Zuwanderungsgeneration (15 Prozent) höher als bei der zweiten Generation (11 Prozent). Deutlich öfters sind zudem Jugendliche aus einem Drittstaat (15 Prozent) betroffen, als migrantische Jugendliche aus einem EU- oder EFTA-Staat (acht Prozent).

 

Neet_nach_Migrationshintergrund_2016

Bildungs- und erwerbsferne Jugendliche (NEET) 2016 nach Migrationshintergrund, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Kaum Unterschiede bei Weiterbildungsaktivitäten

Bei den Weiterbildungsaktivitäten der Bevölkerung gibt es kaum Unterschiede nach Staatsangehörigkeit. So gaben bei der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria im Jahr 2016 insgesamt 9,9 Prozent der Gesamtbevölkerung an, in den vergangenen vier Wochen an Kursen oder Schulungen teilgenommen zu haben. Bei ausländischen StaatsbürgerInnen lag dieser Wert bei 9,8 Prozent.

 

Teilnahme an Kursen und Schulungen ab 15 Jahren 2016

Teilnahme an Kursen und Schulungen ab 15 Jahren 2016, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

 

Weitere Informationen und Kontakte:

 

Bildungsstatistiken der Statistik Austria

 

presse@statistik.gv.at, Tel: 01/ 711 28/7777

 

MSNÖ-Artikel: Schulstart – 13 Prozent der SchülerInnen haben ausländischen Pass

 

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