Schulstart: 13 Prozent der SchülerInnen haben ausländischen Pass

Schulstart: 13 Prozent der SchülerInnen haben ausländischen Pass

Sep 1, 2017

Factbox

  • 146.588 SchülerInnen besitzen nicht-österreichischen Pass
  • AusländerInnen-Anteil in Wien und Salzburg über dem Österreich-Durchschnitt
  • 23,8 Prozent sprechen andere Umgangssprache als Deutsch      
  • Führende Herkunftsländer: Türkei und Deutschland
  • 18.000 Flüchtlingskinder an Österreichs Schulen

 

Am 4. September startet für die Bundesländer Wien, Burgenland und Niederösterreich wieder die Schule. In den restlichen Bundesländern beginnt das neue Schuljahr eine Woche später.

 

Ein Blick auf die heimischen Schulen zeugt von zunehmender Vielfalt: Im Schuljahr 2015/16 besuchten 146.588 Kinder und Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit eine Schule in Österreich. Das entspricht einem Anteil von 13 Prozent an allen SchülerInnen. Gegenüber dem Jahr zuvor stieg dieser Wert um mehr als einen Prozentpunkt. Rund 18.000 geflüchete Kinder besuchten im vergangenem Schuljahr eine Schule hierzulande. Gegenüber 2014/15 ist das ein Plus von 4.000 Kindern und Jugendlichen.

 

13 Prozent aller SchülerInnen haben nicht-österreichischen Pass

Im Schuljahr 2015/16 gab es österreichweit insgesamt 1,125 Millionen SchülerInnen. Von ihnen besitzen 146.588 eine nicht-österreichische Staatsbürgerschaft. Das entspricht 13 Prozent an allen SchülerInnen. Im Vergleich zum Jahr zuvor stieg der AusländerInnen-Anteil um 1,1 Prozentpunkte.

 

Während in den vergangenen Jahren die Zahl der Gesamt-SchülerInnen sowie jener mit österreichischer Staatsangehörigkeit leicht rückläufig ist, nimmt die Zahl der ausländischen SchülerInnen zu.

 

So besuchten vor zehn Jahren 1,1 Millionen österreichische StaatsbürgerInnen eine heimische Schule. Im Schuljahr 2014/15 fiel diese Zahl erstmals seit den verfügbaren Aufzeichnungen der Statistik Austria (im Jahr 1985/86) unter die Millionen-Marke (994.731). Die Zahl der ausländischen SchülerInnen stieg im gleichen Zeitraum von 112.056 auf 134.315 Kinder und Jugendliche, der Anteil von 9,2 auf 11,9 Prozent.

 

 

Deutlich höher ist der Anteil jener SchülerInnen in Österreich, die eine nicht-deutsche Umgangssprache sprechen: So liegt dieser bei jenen Kindern und Jugendlichen, die im Schuljahr 2015/16 eine andere Umgangssprache als Deutsch angaben, bei 23,8 Prozent; insgesamt sind das 262.777 SchülerInnen. Die sprachliche Vielfalt an den heimischen Schulen steigt damit kontinuierlich an. Vor zehn Jahren lag der Anteil bei 15,6 Prozent (siehe MSNÖ-Artikel: Mehrsprachigkeit in Bidlungseinrichtungen nimmt zu).

 

Höchster AusländerInnen-Anteil in Wien

Unterschieden nach Bundesländern gehen die meisten ausländischen SchülerInnen in Wien zur Schule: 2015/16 waren das 55.757. Dahinter folgen Oberösterreich (20.784) und Niederösterreich (17.128).

 

Auch in Relation zur GesamtschülerInnen-Zahl liegt Wien mit einem AusländerInnen-Anteil von 24,2 Prozent deutlich an der Spitze. Auf dem zweiten Platz folgt Salzburg mit 13,7 Prozent. Alle anderen Bundesländer liegen unter dem Österreich-Durchschnitt von 13 Prozent. So liegt Vorarlberg mit einem Anteil von 12,4 Prozent knapp darunter.

 

 

Deutliche Unterschiede beim Anteil der SchülerInnen, die eine nicht-österreichische Staatsangehörigkeit besitzen, gibt es nicht nur nach Bundesland, sondern auch nach den verschiedenen Schultypen. So ist der prozentuelle Anteil insbesondere an Polytechnischen Schulen mit 20,8 Prozent, an Sonderschulen (hierzu zählen auch SchülerInnen, die an anderen Schulen mit dem Sonderschul-Lehrplan unterrichtet werden) mit 19,3 Prozent, an den Neuen Mittelschulen (15,8 Prozent) sowie an Volksschulen überdurchschnittlich hoch (15,3 Prozent).

 

 

Führende Herkunftsländer: Türkei und Deutschland

Die meisten SchülerInnen ohne österreichische Staatsangehörigkeit hatten im Schuljahr 2015/16 einen türkischen Pass (15.463), gefolgt von SchülerInnen mit deutschem Pass (14.693) und mit serbischen/montenegrinischen Pass (13.887). Ein Jahr zuvor lag Serbien (inkl. Montenegro) noch vor Deutschland auf Platz zwei. Die Zahl der deutschen SchülerInnen steigt schon seit Jahren relativ stark an. Einen leichten Rückgang verzeichnen auch die türkischen SchülerInnen: Von 14.092 im Schuljahr 2014/15 auf 14.693.

 

Ausländische SchülerInnen nach Staatsangehörigkeit TOP 5

Ausländische SchülerInnen nach Staatsangehörigkeit, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

18.000 geflüchtete Kinder an Österreichs Schulen

Rund 18.000 geflüchtete Kinder und Jugendliche besuchten nach Angaben des Bildungsministeriums im Schuljahr 2016/17 eine Schule in Österreich. Prozentuell entspricht das einem Anteil von 1,3 Prozent an allen SchülerInnen. Im Schuljahr 2015/16 besuchten 14.000 Kinder und Jugendliche mit Fluchthintergrund eine österreichische Schule. Somit stieg die Anzahl der geflüchteten SchülerInnen um 28,6 Prozent.

 

Keine Angaben hat das Bildungsministerium darüber, wie viele geflüchtete Kinder und Jugendliche im September zusätzlich eingeschult werden. Zahlen dazu stehen erst im Oktober zur Verfügung.

 

Seit der zunehmenden Flüchtlingsmigration im Jahr 2015 setzte das Bildungsministerium Maßnahmen um, um geflüchtete Kinder und Jugendliche rasch in das österreichische Bildungssystem zu integrieren. Dazu zählen unter anderem die Errichtung von 105 Übergangsstufen für junge Flüchtlinge, mobile interkulturelle Teams sowie die Aufstockung der LehrerInnen und Schul-SozialarbeiterInnen. So wurde das Kontingent der SprachpädagogInnen auf 850 Planstellen verdoppelt. Zudem sollen – insbesondere an Volksschulen – künftig 5.000 LehrerInnen zusätzlich eingesetzt werden, um den Spracherwerb zu unterstützen.

 

Weitere Informationen und Kontakte:

 

Schulstatistiken der Statistik Austria

 

Statistik Austria, Email: presse@statistik.gv.at, Tel: 01/ 711 28/ 7777

 

Pressesprecher des Bundesministerium für Bildung und Frauen, Julian Ausserhofer, Tel.: 01 531 20-5026, julian.ausserhofer@bmb.gv.at

 

Auswertungen zum Muttersprachlichen Unterricht, Referat für Migration und Schule (BMBF)

 

Elfie Fleck, Referat für Migration und Schule, Email: Elfie.Fleck@bmbf.gv.at, Tel: 01/ 53120/ 2552

 

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