Österreichs Bevölkerung immer vielfältiger

Österreichs Bevölkerung immer vielfältiger

Jul 10, 2017

Factbox

  • 1,34 Millionen AusländerInnen leben in Österreich
  • 15 % der Gesamtbevölkerung sind AusländerInnen, 19 % sind im Ausland geboren
  • Stärkster Zuwachs aus Afghanistan, Rumänien und Syrien
  • Höchster AusländerInnen-Anteil in Wien, Vorarlberg und Salzburg
  • Kleine Gemeinden haben hohe MigrantInnen-Anteile
  • Tiroler Gemeinde Jungholz: 85,7 % der EinwohnerInnen im Ausland geboren

 

In Österreich leben 1,34 Millionen Personen mit einem ausländischen Pass (Anfang 2017). Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 5,9 Prozent. Auch die Zahl der MigrantInnen erster Generation stieg 2017 an, nämlich um 3,9 Prozent. Afghanische, rumänische und syrische StaatsbürgerInnen verzeichneten den stärksten Zuwachs von 2016 auf 2017.

 

Der Großteil der MigrantInnen lebt in den Städten Wien, Graz und Linz. Setzt man die Zahl der MigrantInnen jedoch in Relation zur EinwohnerInnenzahl liegen relativ kleine Gemeinden an der Spitze: So weist die kleine Tiroler Gemeinde Jungholz einen MigrantInnen-Anteil von 85,7 Prozent auf.

 

Anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli wirft die Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Zuwanderung und der Zusammensetzung der in Österreich lebenden Bevölkerung, die zunehmend vielfältiger wird.

 

Zahl der ausländischen StaatsbürgerInnen steigt weiter an

Sowohl die Zahl der ausländischen StaatsbürgerInnen als auch jener Personen, die im Ausland geboren wurden, steigt kontinuierlich an: Zu Jahresbeginn 2017 lebten 1,34 Millionen AusländerInnen in Österreich. Gegenüber dem Jahr zuvor entspricht das einem Anstieg von 5,9 Prozent. Unterschieden nach dem Geburtsland – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – lebten zu Jahresbeginn 2017 1,66 Millionen Menschen hierzulande, die im Ausland zur Welt kamen – ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber 2016.

 

Der AusländerInnen-Anteil stieg 2017 erneut an: So hatten zu Jahresbeginn 2016 14,6 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung eine ausländische Staatsangehörigkeit, ein Jahr später waren es 15,3 Prozent. Nach dem Geburtsland unterschieden waren 2016 18,3 Prozent aller in Österreich lebenden Personen nicht hier geboren, 2017 sind es 18,9 Prozent.

 

Ausländische StaatsbürgerInnen bzw. im Ausland geborene Personen jeweils am 1.1

Ausländische StaatsbürgerInnen bzw. im Ausland geborene Personen jeweils am 1.1., Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Etwas mehr Drittstaatsangehörige als EU-AusländerInnen

2017 leben 664.729 AusländerInnen aus dem EU/EFTA-Raum und der Schweiz sowie 677.201 Drittstaatsangehörige hierzulande. Noch vor einigen Jahren stammte die deutliche Mehrheit der ausländischen Bevölkerung aus einem Drittstaat: 2003 lebten etwa 278.700 Drittstaatsangehörige und 475.500 AusländerInnen aus dem EU/EFTA Raum und der Schweiz in Österreich. Dieses Verhältnis wurde in den darauffolgenden Jahren immer ausgewogener. 2015 lebten erstmals mehr EU/EFTA- und Schweizer BürgerInnen (579.200) hierzulande als Drittstaatsangehörige (566.915). Ein Jahr später kehrte sich das Verhältnis wieder leicht um.

 

Mehr als 181.600 deutsche Staatsangehörige leben in Österreich. Damit führt Deutschland die Liste der größten Herkunftsländer mit einem Anteil von 13,5 Prozent aller hier ansässigen AusländerInnen an. Auf Platz zwei folgt Serbien mit 118.454 Staatsangehörigen (8,8 Prozent), vor der Türkei mit 116.838 Personen (8,7 Prozent). Zu den Top 5-Herkunftsländer innerhalb der Gruppe der Drittstaatsangehörigen zählen noch Bosnien-Herzegowina (94.611), Afghanistan (45.259) und Syrien (41.672). Die wichtigsten Herkunftsländer bei den EU-Staaten sind nach Deutschland Rumänien, Kroatien, Ungarn und Polen.

 

Ausländische StaatsbürgerInnen nach Staatsangehörigkeit am 1.1.2017,

Ausländische StaatsbürgerInnen nach Staatsangehörigkeit am 1.1.2017, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Stärkster Zuwachs aus Afghanistan, Rumänien und Syrien

Die Flüchtlingsbewegung der vergangenen Jahre ist ein Mitgrund, weshalb hier erneut mehr Drittstaatsangehörige leben als EU-AusländerInnen. Daten der Statistik Austria zeigen, dass von 2016 auf 2017 die Zahl der afghanischen (+ 9.641) und syrischen (+ 8.359) Staatsangehörigen in Österreich stieg. Auf der Liste der stärksten Bevölkerungszunahmen 2017 liegen AfghanInnen auf Platz eins und SyrerInnen auf Platz drei. Dazwischen liegt Rumänien (+ 9.146), auf Platz vier Ungarn (+ 7.034), gefolgt von Deutschland (+ 5.155).

 

 

 

Bevölkerungsstand

Bevölkerungsveränderung

1.1.2016

1.1.2017

Afghanistan

35.618

45.259

+ 9.641

Rumänien

82.949

92.095

+ 9.146

Syrien

33.313

41.672

+ 8.359

Ungarn

63.550

70.584

+ 7.034

Deutschland

176.463

181.618

+ 5.155

Bevölkerungsveränderung nach Herkunftsland 2016/2017, Quelle Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Höchster AusländerInnen-Anteil in Wien, Vorarlberg und Salzburg

Unterscheidet man nach Bundesländer zeigt sich – wenig überraschend – dass der Großteil der in Österreich lebenden AusländerInnen und MigrantInnen in Wien ansässig ist. Mit Stichtag 1. Jänner 2017 lebten 534.532 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und 659.749 im Ausland geborene Personen in der Bundeshauptstadt. Danach folgen Oberösterreich mit 172.672 (nach Staatsangehörigkeit) bzw. 219.619 (nach Geburtsland) Personen und Niederösterreich (161.509 bzw. 209.163 Personen).

 

Setzt man die Zahl der AusländerInnen in Relation zur EinwohnerInnenzahl ergibt sich ein etwas anderes Bild: Wien liegt mit 28,6 Prozent AusländerInnen-Anteil nach wie vor auf Platz eins, danach folgen allerdings Vorarlberg (16,9 Prozent) Salzburg (16,2 Prozent), Tirol (15 Prozent) und Oberösterreich (11,8 Prozent). In Niederösterreich besitzen nur 9,7 Prozent der Bevölkerung einen ausländischen Passt. Damit liegt Niederösterreich vor Burgenland auf dem vorletzten Platz.

 

Kleine Gemeinden haben hohen MigrantInnen-Anteil

Neben Wien leben die meisten MigrantInnen erster Generation in den Bundeshauptstädten Graz (70.491 Personen), Linz (55.493), Salzburg (46.390), Innsbruck (39.090) und Klagenfurt (19.837). Danach folgen Villach (12.253), Sankt Pölten (10.950), Dornbirn (10.502) und Wiener Neustadt (10.293). Das liegt nicht zuletzt daran, dass diese Städte generell viele EinwohnerInnen haben.

 

In Relation zur EinwohnerInnenzahl der einzelnen Gemeinde liegen kleine Gemeinden auf den ersten Plätzen: So wurden in der kleinen Tiroler Gemeinde Jungholz 85,7 Prozent der insgesamt 287 EinwohnerInnen im Ausland geboren. Damit weist Jungholz österreichweit den höchsten MigrantInnen-Anteil auf. Danach folgen Mittelberg (Vorarlberg) mit einem MigrantInnen-Anteil von 72,2 Prozent, Kittsee (43,8 Prozent, Burgenland), Freinberg (38,3 Prozent, Oberösterreich), Hochburg-Ach (37,4 Prozent, Oberösterreich). Erst auf Platz sieben liegt Wien.

 

Die untenstehende Karte zeigt die Top-50 Gemeinden mit den höchsten MigrantInnen-Zahlen (hellblau) sowie die Top-50 Gemeinden nach MigrantInnen-Anteil (dunkelblau). Zudem geben die eingefärbten Flächen Aufschluss über alle österreichischen Bezirke und deren MigrantInnen-Anteil.

 

Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung, Link zur größeren Ansicht

 

 

Weitere Informationen und Kontakte:

 

Zahlen zur ausländischen Bevölkerung von der Statistik Austria

 

Statistik Austria, Tel.: 01 71128 7777, presse@statistik.gv.at

 

Siehe MSNÖ-Artikel:

Fünf Millionen Menschen migrierten 2016 in OECD-Länder

Höchststand 65,6 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene weltweit

AusländerInnen in Österreich: Entwicklungen und aktuelle Trends

 

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.