Migration weltweit: Österreich auf Platz 35

Migration weltweit: Österreich auf Platz 35

Dez 15, 2016

Factbox

  • Zahl der internationalen MigrantInnen stieg 2015 auf 243,7 Millionen
  • Rund acht Prozent aller MigrantInnen weltweit sind Flüchtlinge
  • Knapp ein Drittel aller MigrantInnen lebt in Europa
  • Attraktivste Zielländer: USA, Deutschland und Russland
  • Größte Diasporas: Indien, Mexiko und Russland

 

Migration ist ein weltweit zunehmendes Phänomen. Im Jahr 2000 gab es 172,7 Millionen internationale MigrantInnen* (hier wird nur die Erste Generation gezählt) weltweit, 2015 waren es 243,7 Millionen. Damit leben heute 3,3 Prozent der Weltbevölkerung nicht in dem Land, in dem sie geboren wurden. Fast ein Drittel der MigrantInnen lebt in Europa. Österreich liegt nach diesen Daten mit einer MigrantInnen-Population von rund 1,5 Millionen auf Platz 35. Die attraktivsten Zielländer sind die USA, Deutschland und Russland.

 

Anlässlich des „Internationalen Tags der Migranten“, der seit dem Jahr 2000 jeweils am 18. Dezember begangen wird, wirft die Medien-Servicestelle Neue ÖsterreicherInnen (MSNÖ) einen Blick auf globale Migrationsbewegungen.

 

3,3 Prozent der Weltbevölkerung sind MigrantInnen

Die Zahl der internationalen MigrantInnen steigt stetig. 2015 gab es laut den Vereinten Nationen 243,7 Millionen Personen weltweit, die nicht in dem Land lebten, in dem sie geboren wurden. Das entspricht einem Anteil von 3,3 Prozent an der Weltbevölkerung. Zum Vergleich: 1990 lag die Zahl der internationalen MigrantInnen bei 152,6 Millionen; die Zahl stieg also bis 2015 um 60 Prozent.

 

Der Anteil an der Gesamtbevölkerung änderte sich gleichzeitig nur geringfügig: 1990 waren 2,9 Prozent der Weltbevölkerung MigrantInnen, 2000 waren es 2,8 Prozent bzw. 172,7 Millionen Personen.

 

Internationale MigrantInnen weltweit 1990 bis 2015

Internationale MigrantInnen weltweit 1990 bis 2015 – jeweils zur Jahreshälfte, Quelle: UNDESA, eigene Darstellung

 

Die UNO schätzt, dass 2015 weltweit etwa acht Prozent der MigrantInnen geflüchtete Personen waren. Europaweit ist der Anteil der Flüchtlinge an allen MigrantInnen deutlich niedriger, nämlich 1,9 Prozent. In Österreich schätzt die UNO den Flüchtlings-Anteil an den MigrantInnen auf 5,3 Prozent.

 

Fast ein Drittel aller MigrantInnen in Europa

2015 lebten 76 Millionen MigrantInnen in Europa. Demnach entfallen 31,2 Prozent aller MigrantInnen auf den alten Kontinent. Etwa gleich viele MigrantInnen (75 Millionen) leben in Asien. In absoluten Zahlen scheinen Ozeanien und Lateinamerika (inkl. Karibik) weniger attraktive Zuwanderungsregionen zu sein. In Ozeanien waren 2015 acht Millionen, in Lateinamerika neun Millionen MigrantInnen ansässig.

 

 Internationale MigrantInnen weltweit 2000 und 2015 nach Zielregion (in Millionen)

Internationale MigrantInnen weltweit 2000 und 2015 nach Zielregion (in Millionen) – jeweils zur Jahreshälfte, Quelle: UNDESA, eigene Darstellung

 

Ozeanien mit höchstem MigrantInnen-Anteil

Setzt man die Zahl der MigrantInnen in Relation zur Gesamtbevölkerung der jeweiligen Zielländer, zeigt sich, dass Ozeanien mit 20,6 Prozent bei weitem den höchsten MigrantInnen-Anteil aufweist. Danach folgen Nordamerika mit 15,2 Prozent und Europa mit 10,3 Prozent. In Asien und Afrika kam es zu einem leichten Rückgang des MigrantInnen-Anteils seit 1990.

 

Während der prozentuelle Anteil der MigrantInnen an der Weltbevölkerung nur gering anstieg, zeigt sich in Europa ein prozentuell stärkerer Zuwachs in den vergangenen Jahrzehnten: So stieg der Anteil in Europa von 6,8 Prozent im Jahr 1990 auf 10,3 Prozent im Jahr 2015.

 

Internationale MigrantInnen weltweit 2000 und 2015 nach Zielregion (in Prozent)

Internationale MigrantInnen weltweit 2000 und 2015 nach Zielregion (in Prozent) – jeweils zur Jahreshälfte, Quelle: UNDESA, eigene Darstellung

 

Meisten MigrantInnen in den USA ansässig

Unterscheidet man nach einzelnen Ländern, liegen die USA mit 46,6 Millionen deutlich an der Spitze der beliebtesten Zielländer für MigrantInnen. An zweiter Stelle liegt ein EU-Mitgliedsstaat, nämlich Deutschland mit zwölf Millionen MigrantInnen, gefolgt von der Russischen Föderation (11,6 Millionen), Saudi-Arabien (10,2 Millionen) und dem Vereinigten Königreich (8,5 Millionen).

 

Internationale MigrantInnen weltweit 2015 nach Zielland (in Millionen)

Internationale MigrantInnen weltweit 2015 nach Zielland (in Millionen), Quelle: UNDESA, eigene Darstellung

 

Österreich liegt mit rund 1,5 Millionen MigrantInnen auf Platz 35 – hinter Schweden mit 1,6 Milionen und vor Bangladesch mit 1,4 Millionen MigrantInnen. Innerhalb der EU liegt Österreich auf Platz acht.

 

Indien besitzt größte Diaspora weltweit

Ein Blick auf die Herkunftsländer zeigt, dass Indien die größte Diaspora-Gruppe mit 15,6 Millionen MigrantInnen stellt. Es folgen Mexiko mit 12,3 Millionen und die Russische Föderation mit 10,6 Millionen MigrantInnen. Unter den Top 20 der größten Diaspora-Communities finden sich vier EU-Länder: Das Vereinigte Königreich (4,9 Mio.), Polen (4,4 Mio.), Deutschland (4 Mio.) und Rumänien (3,4 Mio.).

 

Internationale MigrantInnen weltweit 2015 nach Herkunftsland (in Millionen)

Internationale MigrantInnen weltweit 2015 nach Herkunftsland (in Millionen), Quelle: UNDESA, eigene Darstellung

 

Die österreichische Diaspora besteht laut UNO-Statistiken aus 575.828 Personen. Der Großteil davon lebt in Deutschland (257.583 Personen), gefolgt von der Schweiz (65.090) und den USA (49.704). Umgekehrt stammen die meisten MigrantInnen, die in Österreich leben, aus Deutschland (223.705), Serbien (195.177) und der Türkei (184.847).

 

Österreich: 52 Prozent der MigrantInnen weiblich

Geschlechterunterschiede innerhalb der Gruppe der MigrantInnen scheint es nicht zu geben. So waren 2015 weltweit 51,8 Prozent der MigrantInnen männlich, 48,2 Prozent weiblich. Bei den MigrantInnen, die In Europa leben, ist der Frauenanteil mit 52,4 Prozent etwas höher als weltweit. In Österreich liegt der Frauenanteil ebenfalls bei 52 Prozent.

 

Internationale MigrantInnen nach Geschlecht 2015

Internationale MigrantInnen nach Geschlecht 2015, Quelle: UNDESA, eigene Darstellung

 

72 Prozent der MigrantInnen im erwerbsfähigen Alter

Mit 72 Prozent befindet sich der Großteil der internationalen MigrantInnen weltweit im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64. 15 Prozent der MigrantInnen sind unter 20. Zum Vergleich: Der Anteil der erwerbsfähigen Personen an der gesamten Bevölkerung ist mit 58 Prozent deutlich niedriger als bei den MigrantInnen. Der Anteil der unter 20-Jährigen ist jedoch deutlich höher (34,1 Prozent).

 

Weltbevölkerung nach Alter 2015

Weltbevölkerung nach Altersgruppen 2015 (in Prozent), Quelle: UNDESA, eigene Darstellung

 

Internationale MigrantInnen nach Alter 2015

Internationale MigrantInnen nach Altersgruppen 2015 (in Prozent), Quelle: UNDESA, eigene Darstellung

 

 

Weiterführende Informationen und Kontakte:

 

*Die Daten der UNO definieren MigrantInnen als Personen, deren Geburtsland sich nicht mit dem Land deckt, in dem sie wohnhaft sind. Die zweite Generation wird somit nicht berücksichtigt.

 

Die Daten stammen vom „Department of Economic and Social Affairs, Population Division“ der UN, Kontakt: population@un.org

 

Siehe auch folgende MSNÖ-Artikel:

 

AusländerInnen in Österreich: Entwicklungen und aktuelle Trends

 

Migration nach Österreich – Studie: Mehrheit dafür

 

Österreichs Bevölkerung wächst weiter: 14,6 % sind AusländerInnen

 

Österreich wächst durch Zuwanderung

 

 

 

 

 

 

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