Mazedonische Community: Rund 28.000 Personen

Mazedonische Community: Rund 28.000 Personen

Dez 7, 2016

Factbox

  • 21.723 Personen mit mazedonischer Staatsbürgerschaft in Österreich
  • 2015 gingen rund 300 Asylanträge von MazedonierInnen ein
  • Wanderungssaldo steigt seit 2011
  • Trotz sinkender Einbürgerungszahlen: Mazedonien an neunter Stelle
  • 8.400 mazedonische Beschäftigte in Österreich

 

Mazedonien wählt am 11. Dezember ein neues Parlament. Seit 2011 haben in Österreich ansässige MazedonierInnen die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Weitere Informationen zur Wahl in Österreich wurden von der mazedonischen Botschaft nicht geliefert.

 

Laut offiziellen Zahlen der Statistik Austria leben derzeit rund 28.000 Personen mazedonischer Herkunft in Österreich. Die Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) fasst Daten und Fakten zur mazedonischen Community in Österreich zusammen.

 

21.723 MazedonierInnen leben in Österreich

Derzeit leben laut Statistik Austria 21.723 Personen mit mazedonischer Staatsangehörigkeit in Österreich (Stichtag: 1. Jänner 2016). Mit 24.247 Personen ist die Zahl jener, die – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – in Mazedonien geboren wurden, etwas höher.

 

Wirft man einen Blick auf die letzten 15 Jahre, zeigt sich, dass sowohl die Zahl der mazedonischen StaatsbürgerInnen als auch die Zahl der in Mazedonien geborenen Personen kontinuierlich zunahm: So lebten 2002 noch 14.474 mazedonische Staatsangehörige bzw. 14.882 in Mazedonien geborene Personen in Österreich.

 

Mazedonische StaatsürgerInnen und Geburtsland Mazedonien bis 2016

Mazedonische StaatsbürgerInnen bzw. Personen, die in Mazedonien geboren wurden – jeweils am 1.1. des Jahres, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Mit 21.723 Personen stellen MazedonierInnen eine der kleinsten AusländerInnen-Gruppen des ehemaligen Jugoslawiens, die nun in Österreich leben.  Serbien liegt mit 116.626 Personen an erster Stelle, danach folgen Bosnien-Herzegowina, und Kroatien.

 

46 Prozent der MazedonierInnen in Wien ansässig

Wien ist dabei das Zentrum der in Österreich lebenden MazedonierInnen: 9.892 mazedonische StaatsbürgerInnen leben in der Bundeshauptstadt. Das entspricht einem Anteil von 46 Prozent aller hierzulande ansässigen MazedonierInnen. Unterschieden nach dem Geburtsland leben 11.637 in Mazedonien geborene Personen in Wien, was einem Anteil vom 48 Prozent entspricht. 

 

Auf Platz zwei folgt – mit einer deutlich kleineren Gruppe von 4.560 MazedonierInnen (21 Prozent) – Niederösterreich und auf Platz drei Oberösterreich (4.122 MazedonierInnen bzw. 19 Prozent).

 

Mazedonische StaatsbürgerInnen und Geburtsland Mazedonien nach Bundesland bis 2016

Mazedonische StaatsbürgerInnen bzw. Personen, die in Mazedonien geboren wurden am 1.1.2016 nach Staatsangehörigkeit, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

28.000 Personen mit mazedonischer Herkunft

Zu Jahresbeginn 2016 lebten laut den offiziellen Zahlen der Statistik Austria 28.091 Personen mit mazedonischer Herkunft in Österreich. Mit 60,4 Prozent ist der Großteil in Mazedonien geboren und besitzt die mazedonische Staatsbürgerschaft. 17 Prozent besitzen zwar die mazedonische Staatsbürgerschaft, wurden jedoch in Österreich geboren.

 

Verstärkte Zuwanderung durch Jugoslawien-Kriege

In den Jahren zwischen 1991 und 2001 verzeichnete die Statistik Austria eine starke Zuwanderung von Staatsangehörigen aus Ex-Jugoslawien nach Österreich. Diese Migrationsbewegung hängt mit dem Krieg in Ex-Jugoslawien zusammen (1991-1995).

 

Die Zahl der AusländerInnen in Österreich ist von 1991 bis 2001 um 193.200 bzw. 37,3 Prozent gestiegen. Davon waren 124.400 Angehörige von Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien, zwei Drittel des Zuwachses. Von den 710.926 AusländerInnen, die 2001 in Österreich lebten, hatten 13.696 Personen eine mazedonische Staatsbürgerschaft.

 

Wanderungssaldo durchgehend positiv

In den vergangenen zehn Jahren wanderten durchgehend mehr MazedonierInnen ein als aus. Eine kontinuierliche Steigerung der Zuwanderung von MazedonierInnen nach Österreich ist seit 2011 beobachtbar. So wanderten 2011 1.131 Personen von Mazedonien nach Österreich zu, während gleichzeitig 900 Personen von Österreich nach Mazedonien migrierten. Das Saldo belief sich damit auf 231. 2015 betrug das Saldo mit 1.658 Zuzügen von Mazedonien nach Österreich und 829 Wegzügen 829. Damit erreichte im 10-Jahres-Vergleich sowohl die Zahl der Zugewanderten als auch das Saldo einen Höhepunkt.

 

Wanderungen mit Mazedonien 2006 bis 2015

Wanderungen mit Mazedonien 2006 bis 2015, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Einbürgerungen: Mazedonien an neunter Stelle

Im Jahr 2015 wurden laut Statistik Austria insgesamt 8.265 Personen in Österreich eingebürgert. Mazedonien liegt dabei auf dem neunten Platz der Einbürgerungen nach bisheriger Staatsangehörigkeit. 2015 erhielten 224 ehemalige MazedonierInnen eine österreichische Staatsbürgerschaft.

 

Im Verlauf der vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der eingebürgerten MazedonierInnen – dem allgemeinen Trend in Österreich folgend stark – von 716 (2006) auf 224. Die wenigstens mazedonischen Einbürgerungen verzeichnete Österreich im Jahr 2010 (150), seitdem steigen die Einbürgerungen wieder leicht. Die Gesamtzahl der Einbürgerungen sank in den vergangenen zehn Jahren von 26.259 (2006) auf 8.265 (2015).

 

Einbürgerungen ehemaliger MazedonierInnen 2006 bis 2015

Einbürgerungen ehemaliger MazedonierInnen 2006 bis 2015, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

2015: Fast 300 Asylanträge von MazedonierInnen

2015 erreichten Österreich 297 Asylanträge von mazedonischen StaatsbürgerInnen. Im gleichen Jahr wurde kein Antrag von MazedonierInnen positiv rechtskräftig entschieden. Wirft man einen Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt sich, dass die Zahl der mazedonischen Asylsuchenden kontinuierlich gestiegen ist. So stellten 2011 81 MazedonierInnen einen Antrag. Insgesamt registrierte Österreich zwischen 2011 und 2015 839 Anträge von MazedonierInnen. In diesem Zeitraum wurden nur drei positiv rechtskräftig entschieden.

 

Auch im laufenden Jahr stellten 106 MazedonierInnen einen Asylantrag (bis Oktober 2016).

 

 

2011

2012

2013

2014

2015

Asylanträge Mazedonien

81

122

170

160

297

Positiv rechtskräftige Entscheidungen

0

1

0

2

0

Asylanträge von MazedonierInnen und positive rechtskräftige Entscheidungen 2011 – 2015, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

527 mazedonische Studierende

Im Wintersemester 2015/16 studierten insgesamt 527 MazedonierInnen an einer heimischen Hochschule. 484 von ihnen waren an einer öffentlichen Universität inskribiert. Kaum MazedonierInnen finden sich an einer österreichischen Fachhochschule (28) oder einer Privatuniversität (15).

 

 

Öffentliche Universitäten

Fach- hochschulen

Privatuniversitäten

Gesamt

2015/16

484

28

15

527

2014/15

443

20

15

478

2013/14

421

18

17

456

2012/13

427

18

20

465

2011/12

382

15

20

417

2010/11

376

10

20

406

2009/10

353

9

23

385

2008/09

350

9

24

383

2007/08

346

9

32

387

2006/07

314

8

29

351

Mazedonische Studierende an Österreichs Hochschulen, Quelle: BMWFW, eigene Darstellung

 

Aktuell 8.428 mazedonische Beschäftigte

Laut den aktuellsten Daten des Sozialministeriums waren im Oktober 2016 8.428 MazedonierInnen in Österreich beschäftigt. Die Mehrheit, nämlich 7.122 Personen, arbeitete in einem unselbstständigen Beschäftigungsverhältnis. Weitere 810 waren geringfügig beschäftigt und 475 selbstständig. Nur 21 MazedonierInnen arbeiteten auf Basis eines freien Dienstvertrages hierzulande.  

 

 

Beschäftigte Jahresdurchschnitt 2015

Beschäftigte Oktober 2016

Unselbstständige Beschäftigte

6.021

7.122

Geringfügig Beschäftigte

732

810

Freie Dienstverträge

19

21

Selbstständig Beschäftigte

451

475

Gesamt

7.223

8.428

Mazedonische Beschäftigte im Jahresdurchschnitt 2015 und im Oktober 2016, Quelle: BMASK, eigene Darstellung

 

Ein Blick auf die wichtigsten Branchen, in denen unselbstständige Beschäftigte mit mazedonischer Staatsangehörigkeit tätig sind, zeigt, dass die Braubranche deutlich an der Spitze dieser Liste liegt. Folgende Tabelle zeigt die Top 5-Branchen im Jahresdurchschnitt 2015: 

 

Bau

1.526

Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen

1.343

Handel (inkl. Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen)

1.106

Herstellung von Waren

879

Beherbergung und Gastronomie

654

TOP 5 Branche unselbstständiger Beschäftigte mit mazedonischer Staatsangehörigkeit, Quelle: BMASK, eigene Darstellung

 

Community gründet nur wenig Vereine

Einige mazedonischen Vereine in Österreich wurde nicht von MazedonierInnen, sondern von ÖsterreicherInnen gegründet. Sie dienen weniger zur Vernetzung der MazedonierInnen, als vielmehr dazu, das Verständnis für das Land und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Mazedonien zu stärken. Die “Österreichisch-Mazedonische Gesellschaft” wurde 2003 gegründet und soll die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen ÖsterreicherInnen und MazedonierInnen intensivieren. Dadurch soll das Image Mazedoniens, das laut Vereinspräsident Cornelius Granig noch immer vom jugoslawischen Bürgerkrieg geprägt sei, verändert werden.

 

Die “Mazedonisch-Österreichische Kooperation” widmet sich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Mazedonien und Österreich. Der 2012 gegründete Verein soll die politische, humanitäre, kulturelle und sportlicher Zusammenarbeit fördern und die Tourismusbeziehungen zwischen den beiden Ländern ausbauen.

 

Zur Vernetzung der MazedonierInnen dient unter anderem der “Mazedonische Kulturverein St. Naum Ohridski”. Er soll den kulturellen Austausch zwischen Österreich und Mazedonien intensivieren und als Vernetzungsplattform für MazedonierInnen in Wien dienen. Der Mazedonisch-Islamische Kultur- und Sozialverein “Al Nur” verfolgt ähnliche Ziele, stellt aber das religiöse Miteinander in den Mittelpunkt. Die Facebook-Gruppe “Österreichische – Mazedonische Freundschaft” soll ÖsterreicherInnen und MazedonierInnen zusammenbringen und dem Informationsaustausch dienen.

 

Weiterführende Informationen und Kontakte:

 

Mazedonische Botschaft in Wien, E-Mail: botschaft@makedonien.co.at, Tel.: +43 / 1 524 87 56

 

Österreichisch-Mazedonische Gesellschaft, E-Mail: cornelius.granig@aon.at, Tel.: +43 664 336 9013

 

Mazedonischer Kulturverein “St. Naum Ohridski”, Tel.: +43 1 2900719

 

Mazedonisch-Islamischer Kultur- und Sozialverein “Al Nur”, Goldschlagstraße 36, 1150 Wien

 

Facebook-Gruppe “Österreichische-Mazedonische Freundschaft”

 

Informationen zum Streit um den Namen Mazedonien

 

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