Fußball: Acht Migranten für Österreich – EM von Vielfalt geprägt

Fußball: Acht Migranten für Österreich – EM von Vielfalt geprägt

Jun 8, 2016

 Factbox

  • Acht Spieler mit Migrationshintergrund im österreichischen EM-Kader
  • Vier Nationalspieler wurden nicht in Österreich geboren
  • Insgesamt 87 Spieler nicht in dem Land geboren, für das sie bei EM antreten
  • Viele Spieler haben Doppelstaatsbürgerschaft
  • Bei Trainern ist jeder vierte nicht in dem Land geboren, das er bei EM coacht

 

Das österreichische Fußball-Nationalteam, das sich souverän für die Europameisterschaft 2016 qualifiziert hat, ist ohne Spieler mit Migrationshintergrund kaum denkbar. Im aktuellen Kader gibt es acht Fußballer, die selbst oder deren Eltern (bzw. zumindest ein Elternteil) im Ausland geboren wurden. Prozentuell machen sie im österreichischen Teamkader rund 35 Prozent aus. Somit hat etwa jeder dritte Nationalteam-Spieler Migrationshintergrund.

 

Insgesamt wurden nach einer Recherche der Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) 87 Spieler nicht in dem Land geboren, für das sie bei der Europameisterschaft in Frankreich antreten. Rund jeder vierte Fußballer, der bei der Europameisterschaft spielt, ist im Besitz einer Doppelstaatsbürgerschaft.

 

Acht rot-weiß-rote Kicker haben Migrationshintergrund

Im aktuellen ÖFB-Kader stehen acht Fußballer mit Migrationshintergrund. Vier Nationalteam-Spieler wurden im Ausland geboren: György Garics (Ungarn), Martin Harnik (Deutschland), Zlatko Junuzovic (in Serbien geboren, Wurzeln in Bosnien-Herzegowina) und Rubin Okotie. Zudem haben folgende Fußballer Migrationshintergrund: Ramazan Özcan (Eltern in Türkei geboren), David Alaba (Mutter aus Philippinen, Vater aus Nigeria), Marko Arnautovic (Vater aus Serbien), Aleksandar Dragovic (Eltern aus Serbien).

 

Mit Torhüter Thomas Gebauer (deutsche Herkunft) sowie dem Tormann Cican Stankovic und Stürmer Marco Djuricin (jeweils serbische Wurzeln) stehen drei weitere Spieler mit Migrationshintergrund „auf Abruf“ im ÖFB-Kader.

 

EM: 87 Spieler in einem anderen Land geboren

Insgesamt sind 87 Spieler nicht in dem Land geboren, für das sie bei der EM antreten. Prozentuell machen sie etwa 16 Prozent aus. Damit wurde fast jeder sechste EM-Kicker nicht in dem Land geboren, für das er antritt.

 

Die Wertung führt hier Albanien an: Gleich zwölf Nationalspieler wurden nicht im südosteuropäischen Land geboren. Dahinter folgen Portugal, Irland und Wales (je neun Spieler wurden in einem anderen Land geboren), die Schweiz und die Türkei (je acht Spieler) sowie Nordirland (fünf Spieler). Auf Platz acht folgt Österreich mit vier Spielern, die in einem anderen Land geboren wurden. Die größte Vielfalt weist Portugal auf: Die Spieler des aktuellen EM-Kaders wurden in sieben verschiedenen Ländern geboren.

 

EM SPieler nach Geburtsland 2016

 

Laut der Webseite www.transfermarkt.at haben 127 Spieler eine Doppelstaatsbürgerschaft. Das sind 23 Prozent der Spieler. Frankreich und die Schweiz führen hier die Liste mit je 14 Spielern an. Belgien hat demnach zwölf Doppelstaatsbürger im Kader, Albanien und Portugal folgen mit je elf, Irland und Wales mit je neun.

 

EM: Jeder vierte Trainer in einem anderen Land geboren

Bei den Trainern ist jeder vierte nicht in dem Land geboren, das er bei der EM coacht. Neben ÖFB-Teamchef Marcel Koller (in der Schweiz geboren) sind dies die Trainer von Albanien (Giovanni De Biasi, geboren in Italien), Ungarn (Bernd Storck, geboren in Deutschland), Island (Lars Lagerbäck, geboren in Schweden), Irland (Martin O´Neill, geboren in Nordirland) und der Schweiz (Vladimir Petkovic, geboren im ehemaligen Jugoslawien).

 

Über 40 Migranten in der Bundesliga 

Der gesamte österreichische Fußball wird maßgeblich durch Migranten geprägt und bereichert. Nach einer Recherche der MSNÖ zu Beginn der Fußballsaison 2015/16 spielten in den zehn Bundesliga-Vereinen in Österreich über 40 Spieler mit Migrationshintergrund (rund 15 Prozent) und fast 70 Legionäre (Anm.: Stand Anfang September 2015). Die meisten Fußballer mit Migrationshintergrund haben ihre Wurzeln in Ex-Jugoslawien (siehe MSNÖ-Artikel „Fußball-Nationalteam gespickt mit Migranten“).

 

Von den Bundesliga-Trainern hatten in der abgelaufenen Saison 2015/16 drei Wurzeln in Ex-Jugoslawien: Zoran Barisic war Rapid-Trainer, Damir Canadi coacht Altach, Ivica Vastic Mattersburg; drei waren deutsche Staatsbürger: Thorsten Fink trainiert die Austria, Franco Foda Sturm Graz, Peter Zeidler war Trainer in Salzburg; letzterem folgte der Spanier Oscar Garcia. Zudem ist Ex-Ried-Trainer Paul Gludovatz burgenlandkroatischer Abstammung.

 

Viele Migranten im Nachwuchs

Noch viel mehr junge Kicker mit Migrationshintergrund spielen bei den Nachwuchsmannschaften der Bundesliga-Vereine. Wie eine Umfrage der MSNÖ (im Juli 2014) zeigte, hat etwa jeder dritte Fußballer in den Nachwuchsmannschaften und Akademien (U6 bis U18) Migrationshintergrund. Am höchsten ist der Anteil der Spieler mit Migrationshintergrund bei den Wiener Vereinen Rapid und Austria – mit jeweils 48 Prozent. Die wenigsten Migranten gibt es beim WAC aus Wolfsburg mit rund acht Prozent (siehe MSNÖ-Artikel „Fußball: Viele Migranten im österreichischen Nachwuchs“).

 

 

Weiterführende Informationen und Kontakte:

 

Den aktuellen ÖFB-Kader finden Sie hier: http://www.oefb.at/news-pid619

 

Siehe auch folgende MSNÖ-Artikel:

Fußball-Nationalteam gespickt mit Migranten

 

WM 2014: Internationale Wurzeln der Fußballer

 

Fußball: Viele Migranten im österreichischen Nachwuchs

 

 

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