BuddhistInnen feiern Vesakh-Fest

BuddhistInnen feiern Vesakh-Fest

Mai 19, 2016

Factbox

  • Mehr als 30.000 praktizierende BuddhistInnen in Österreich
  • Formal registriert sind allerdings nur 3.500 Gemeinschaftsmitglieder
  • Offizielle Vertretung wächst jährlich um bis zu 200 Personen
  • Buddhismus 1983 als offizielle Religionsgemeinschaft anerkannt
  • Fünf Bundesländer feiern das Vesakh-Fest

 

Am 21. Mai findet das buddhistische Vesakh-Fest statt. Laut Schätzungen der Österreichisch Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR) leben mehr als 30.000 praktizierende BuddhistInnen in Österreich, wobei die Tendenz in den vergangenen Jahren steigend ist. Die Medien-Servicestelle Neue ÖsterreicherInnen (MSNÖ) wirft anlässlich des wichtigsten buddhistischen Feiertages einen Blick auf die buddhistische Community in Österreich.

 

Mehr als 30.000 BuddhistInnen in Österreich

Aktuelle Statistiken darüber, wie viele praktizierende BuddhistInnen in Österreich leben, gibt es keine. Die ÖBR schätzt jedoch, dass mittlerweile mehr als 30.000 praktizierende BuddhistInnen in Österreich leben. Die Tendenz ist steigend: So schätzte die ÖBR die buddhistische Community vor fünf Jahren noch auf bis zu 25.000 BuddhistInnen.

 

Exaktere Zahlen über die Größe der Religionsgemeinschaft lieferte die Volkszählung 2001: Damals gab es laut Statistik Austria 10.402 BuddhistInnen, davon hatten 5.774 eine österreichische und 4.628 eine ausländische Staatsbürgerschaft. Der Ausländer-Anteil von 44,5 Prozent lag damit deutlich über dem Anteil bei KatholikInnen (2,7 Prozent) und ProtestantInnen (8,6 Prozent), aber unter dem Anteil bei MuslimInnen (71,7 Prozent) und Hindus (50,7 Prozent).

 

Interesse am Buddhismus nimmt zu

Die ÖBR verzeichnete in den vergangenen Jahren einen Mitglieder-Zuwachs von 150 bis 200 Neuzugängen jährlich. Derzeit sind rund 3.500 Personen registriert.

 

Der Großteil der Mitglieder wurde in Österreich geboren. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich BuddhistInnen mit asiatischem Hintergrund oft nicht bei der ÖBR anmelden und somit nicht offiziell als BuddhistInnen registriert sind. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass in vielen asiatischen Ländern keine formale Organisation nötig ist: Buddhist ist, wer in den örtlichen Tempel geht oder einfach in seinen eigenen vier Wänden den Glauben praktiziert bzw. sich zur Lehre bekennt. Westliche Religionsgesetze verlangen nach der Installierung von VertreterInnen der Gemeinden, wodurch sich Organisations-Strukturen herausbildeten.

 

In den vergangenen Jahren kamen auch neue Gruppen, die nach unterschiedliche Traditionen und Ausrichtungen leben, zur ÖBR dazu. Waren es vor fünf Jahren noch 27, sind es heute 33. Laut ÖBR ist dies insbesondere auf eine verstärkte Formierung der thailändisch-buddhistischen Community in den vergangenen Jahren zurückzuführen.

 

1983 als Religionsgemeinschaft anerkannt

Der Buddhismus wurde in Österreich im Jahr 1983 als Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt. Damit war Österreich europaweit der erste Staat, der diesen Schritt machte.

 

Erstmals konkret mit der über 2.500 alten religiösen Tradition beschäftigt haben sich wohl österreichische Asien-Reisende (v.a. Missionare) im 17. und 18. Jahrhundert, wobei hierzu wenig dokumentiert ist. Erste Belege für buddhistische Spuren in Österreich gab es Ende des 19. Jahrhunderts. So übersetzte der Österreicher Karl Eugen Neumann zu dieser Zeit große Teile der buddhistischen Schrift „Pali-Kanon“ erstmals ins Deutsche.

 

Laut ÖBR sind BuddhistInnen in Österreich (und anderen mitteleuropäischen Staaten) seit etwa 50 Jahren aktiv.

 

ÖBR: Offizielle Vertretung, Hospiz und Krankenbegleitung

Als Dachverband der buddhistischen Gruppen und Orden in Österreich bietet die ÖBR den offiziellen buddhistischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen an. Eine weitere Funktion des Verbandes ist die Vertretung des Buddhismus in interreligiösen Gremien. Zudem bietet die ÖBR neben der Organisation von traditionsübergreifenden Veranstaltungen und buddhistischen Zeremonien mobile Hospiz, Kranken- und Gefangenenbegleitung an.

 

Von allen großen buddhistischen Traditionen finden sich in Österreich VertreterInnen des Theravada Buddhismus, des Mahayana Buddhismus und des Vajrayana Buddhismus sowie traditionsübergreifende Praxisorte.

 

Vesakh-Feiern in fünf Bundesländern

Am 21. Mai findet heuer das wichtigste Fest der BuddhistInnen, das Vesakh-Fest, statt. Es wird von allen buddhistischen Glaubensrichtungen gefeiert und erinnert an die Geburt als auch an die Erleuchtung und den Tod Buddhas. Nach „westlicher Datierung“ fällt das Vesakh-Fest jährlich auf den ersten Vollmondtag im Mai. Die Feier-Termine variieren je nach Region und Gemeinde:

 

So wird in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark am 21. Mai gefeiert, in Tirol erst am 5. Juni. Das österreichweit größte Vesakh-Fest in Wien wird am 29. Mai ab 16:00 bei der Friedenspagode an der Donau gefeiert, in einem der buddhistischen Gebäude in Österreich. Die Feiern beinhalten einen religiös-spirituellen Teil, der gemeinsam von Mönchen und Nonnen durchgeführt wird. Anschließend sind kulturelle Darbietungen und ein gemütliches Beisammensein geplant. Laut ÖBR sind auch alle Nicht-BuddhistInnen bei den Feierlichkeiten willkommen.

 

Bis dato hat sich die buddhistische Gemeinde in Österreich jedes Jahr mit einem buddhistischen Land in Asien auseinandergesetzt. Dieses Jahr beschloss die ÖBR erstmals Europa in den Fokus zu nehmen, da Österreich Gastgeberland der diesjährigen Generalversammlung der Europäischen Buddhistischen Union im September ist.

 

Dementsprechend stammt der kulturelle Beitrag auf der Wiener Vesakh-Feier aus einem europäischen Land: Eine Roma und Sinti-Schülergruppe aus dem ungarischen Ambedkar-Gymnasium wurde heuer eingeladen.

 

Weitere Informationen und Kontakte:

 

Der Artikel wurde zuletzt am 15. Mai 2012 anlässlich des Dalai Lama-Besuches in Österreich veröffentlicht und nun aktualisiert und ergänzt.

 

Das Büro der Österreichisch Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR) hilft gerne bei Anfragen weiter und ist gut mit den Buddhisten aus den asiatischen Communities in Österreich vernetzt: office@buddhismus-austria.at; Tel.: 01 / 5123719

 

Die ÖBR veranstaltet ein Mal jährlich (jeden zweiten Sonntag im Oktober) einen „Tag der offenen Tempeltür“.

 

Liste der 33 verschiedenen buddhistischen Gruppen und Orden in Österreich

 

Infos über die Friedenspagode Wien

 

Webportal für die regionale Vernetzung von BudhistInnen in Österreich

 

MSNÖ-Artikel: Interkulturelle Feste und Feirtage 2015

 

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