EU-Migration nach Österreich – Entwicklungen und Trends

EU-Migration nach Österreich – Entwicklungen und Trends

Mai 9, 2016

Factbox

  • Knapp die Hälfte aller AusländerInnen stammt aus EU
  • Großteil der EU-AusländerInnen in Wien ansässig
  • 2016 waren die meisten AusländerInnen Deutsche, 2005 SerbInnen
  • Von 170.000 Zuzügen nach Österreich kamen 95.000 Personen aus EU-Ausland
  • Zahl der Einbürgerungen sinkt seit 2003

 

Knapp die Hälfte aller in Österreich lebenden ausländischen StaatsbürgerInnen kommt aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union. Der Großteil davon stammt aus dem Nachbarland Deutschland. Mitte des vorigen Jahrzehnts stammten deutlich weniger AusländerInnen aus der EU (38 Prozent). Damals führte Serbien die Liste der ausländischen Herkunftsstaaten an. Anlässlich des Europatages, den die EU am 9. Mai begeht, fasst die Medien-Servicestelle Neue ÖsterreicherInnen (MSNÖ) aktuelle Daten zusammen und vergleicht die Situation mit jener vor rund zehn Jahren.

 

625.730 Personen aus dem EU-Ausland in Österreich

Zu Beginn des Jahres 2016 lebten knapp 8,7 Millionen Menschen in Österreich. Davon haben rund 1,3 Millionen Personen eine ausländische Staatsangehörigkeit, das entspricht 14,57 Prozent. Fast die Hälfte der ausländischen Staatsangehörigen (49,37 Prozent) kommt aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union. 2005 waren von insgesamt 8,2 Millionen in Österreich lebenden Personen 9,44 Prozent AusländerInnen (774.401), davon 38,39 Prozent aus der EU (289.708 Personen).

 

Damit stieg die Anzahl der in Österreich ansässigen EU-AusländerInnen seit 2005 um 112,8 Prozent, während österreichische Staatsangehörige im gleichen Zeitraum einen Anstieg von nur 0,1 Prozent verzeichneten.

 

 

Bevölkerungsstand

Bevölkerungsveränderung

 

1.1.2005

1.1.2016

absolut

in %

Insgesamt

8.201.359

8.699.730

+ 498.371

+ 6,1 %

Österreich

7.426.958

7.432.272

+ 5.314

+ 0,1 %

Nicht-Österreich

774.401

1.267.458

+ 493.057

+ 63,7 %

EU-Staaten (27)

289.708

616.643

+ 326.935

+ 112,8 %

EWR, Schweiz, assoz. Kleinstaaten

7.567

9.087

+ 1.520

+ 20,1 %

Nicht-EU-Staaten

477.126

641.728

+ 165.602

+ 34,5 %

Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Großteil der EU-AusländerInnen in Wien ansässig

Sowohl 2005 als auch 2015 lebte der Großteil aller in Österreich ansässigen EU-BürgerInnen in Wien. 2005 waren es 94.505 Personen (35 Prozent), 2015 waren es 215.622 Personen. Weit dahinter folgen Niederösterreich mit 76.461 Personen (2015) bzw. 36.267 Personen (2005) und Oberösterreich mit 75.191 bzw. 33.883 Personen.

 

Am geringsten ist der Anteil der EU-BürgerInnen im Burgenland. Gleichzeitig verzeichnet das Burgenland prozentuell den höchsten Anstieg von 2005 bis 2015 mit einem Plus von 137 Prozent. Am zweitstärksten war der Zuwachs in Wien (+ 128 Prozent), gefolgt von Oberösterreich (+ 122 Prozent).

 

EU-BürgerInnen nach Bundesland 2016EU-StaatsbürgerInnen nach Bundesland, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Deutsche stellen größte Gruppe der AusländerInnen

Stammten im Jahr 2005 die meisten Nicht-ÖsterreicherInnen aus Serbien, stammen heute die meisten AusländerInnen aus Deutschland. Anfang 2016 wurden 176.517 deutsche StaatsbürgerInnen in Österreich gezählt, das entspricht einem Wert von 13,93 Prozent. Im Jahr 2005 war Deutschland an dritter Stelle der Zuwanderungsländer.

 

Die größte Gruppe kam 2005 aus Serbien mit 123.205 Personen (15,91 Prozent).  An zweiter Stelle lag 2005 und liegt 2016 die Türkei. Auf Platz drei war 2005 Bosnien-Herzegowina, heute – nach dem Vorstoß Deutschlands auf Rang eins – liegt Bosnien auf Rang vier. Italien befindet sich 2016 unter den Top 10.

 

Serbien

123.205

15,91%

Türkei

116.544

15,05%

Bosnien-Herzegowina

99.557

12,86%

Deutschland

91.194

11,78%

Kroatien

61.869

7,99%

Polen

26.554

3,43%

Rumänien

21.314

2,75%

Mazedonien

17.090

2,21%

Ungarn

15.133

1,95%

Russische Föderation

14.204

1,83%

Ausländische Staatsangehörige 01.01.2005, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

Deutschland

176.517

13,93%

Türkei

115.433

9,11%

Serbien

114.289

9,02%

Bosnien-Herzegowina

93.966

7,41%

Kroatien

70.255

5,54%

Rumänien

82.971

6,55%

Polen

57.604

4,54%

Ungarn

63.608

5,02%

Russische Föderation

31.151

2,46%

Italien

25.324

2,00%

Ausländische Staatsangehörige 01.01.2016, Quelle: Statistik Austria, eigene Darstellung

 

170.000 Zuzüge – davon 95.000 aus EU-Ausland

2014 gab es insgesamt 170.115 Zuzüge aus dem Ausland, davon 96.014 Männer (56 Prozent) und 74.101 Frauen (44 Prozent). Wegzüge aus Österreich ins Ausland fanden insgesamt 97.791 statt, davon 56.434 Männer (58 Prozent) und 41.357 Frauen (42 Prozent). Das ergibt einen positiven Wanderungssaldo von 72.324 Personen. Damit erhöhte sich die Netto-Zuwanderung um rund 32 Prozent zum Jahr zuvor. Laut Statistik Austria stieg das Wanderungssaldo 2014 deutlich stärker als in den Jahren zuvor.

 

Wirft man einen Blick auf die 27 EU-Mitgliedsstaaten, zogen 2014 insgesamt 95.301 aus dem EU-Ausland zu, während 47.689 von Österreich in das EU-Ausland migrierten. Dies entspricht einem Wanderungssaldo von 47.612.

 

2005 lag das Wanderungssaldo mit dem Ausland bei 44.332 – 70.133 Personen wanderten aus dem Ausland nach Österreich, 114.465 zogen in das Ausland. Entfiel 2014 ein großer Teil des Wanderungssaldo auf das EU-Ausland, verzeichneten 2005 Drittstaatsangehörige (28.074) einen größeren Anteil am Wanderungssaldo. Das Wanderungssaldo mit dem EU-Ausland lag bei 19.324. Damals zog es 46.647 Personen vom EU-Ausland nach Österreich, umgekehrt migrierten 27.323 von Österreich in das EU-Ausland.

 

Wanderungsstastistik 2013 und 2014Quelle: Statistik Austria

 

Einbürgerungen sinken seit 2003

Im Jahr 2003 war laut Statistik Austria die Zahl der Einbürgerungen mit rund 44.700 Personen auf ihrem höchsten Punkt, seit 2003 sinkt die Zahl kontinuierlich. 2005 wurden 34.876 Personen eingebürgert, 2015 waren es nur noch 8.144.

 

Im Jahr 2005 wurden 4.514 Personen aus den seit 2004 beigetretenen EU-Staaten eingebürgert, 2015 waren es 860 Personen. Deutlich weniger Einbürgerungen gab es bei ehemaligen StaatsbürgerInnen aus einem der EU-Staaten, die vor 2004 beitraten. Gleichzeitig nahmen hier die Einbürgerungen leicht zu – von 186 Personen 2005 auf 223 Personen 2015.

 

Besonders auffallend ist der Unterschied der Einbürgerungen aus den übrigen europäischen Staaten inklusive der Türkei: im Jahr 2005 waren es 24.852, 2015 nur noch 4.407 Personen.

 

Einbürgerungen

2005

2015

Einbürgerungen insgesamt

34.876

8.144

Einbürgerungsrate %

4,4%

0,7%

Herkunft

   

EU-Staaten vor 2004 (14)

186

223

EU-Beitrittsstaaten seit 2004 (13)

4.514

860

Übrige europ. Staaten (inkl. Türkei)

24.852

4.407

Afrika

1.743

783

Asien (ohne Türkei, Zypern)

3.013

1.607

Übrige außereurop. Staaten, unbekannt

568

264

Alter

   

unter 18 Jahre

13.941

3.047

18 bis unter 60 Jahre

20.406

4.978

60 Jahre und älter

529

119

Geschlecht

   

männlich

17.560

3.712

weiblich

17.316

4.432

Wohnbundesland

   

Burgenland

652

169

Kärnten

1.534

383

Niederösterreich

4.915

1.187

Oberösterreich

5.152

1.292

Salzburg

2.086

479

Steiermark

3.815

671

Tirol

2.540

552

Vorarlberg

1.942

444

Wien

12.240

2.967

Quelle: Statistik Austria

 

Weitere Informationen und Kontakte:

 

Statistiken zur Bevölkerungsstruktur

 

Wanderungsstatistiken

 

Einbürgerungsstatistiken

 

Statistik Austria, Pressestelle, Tel.: 01/71128-7777 und -7767, presse@statistik.gv.at

 

MSNÖ-Artikel: Österreich wächst durch Zuwanderung

 

MSNÖ-Artikel: Arbeitsmigration in der EU – Österreich profitiert

 

 

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