Fußball-Nationalteam gespickt mit Migranten

Fußball-Nationalteam gespickt mit Migranten

Sep 9, 2015

Factbox

  • Im aktuellen ÖFB-Kader stehen zwölf Migranten
  • Damit hat fast jeder zweiter Nationalspieler Migrationshintergrund
  • In den zehn Bundesliga-Vereinen haben über 40 Spieler Migrationshintergrund
  • Die meisten Migranten stammen aus Ex-Jugoslawien – Admira führt Wertung an 
  • 68 Spieler haben ausländische Staatsbürgerschaft – meisten aus Deutschland
  • Trainer: Drei Deutsche, drei mit ex-jugoslawischem Hintergrund

 

Das erfolgreiche österreichische Fußball-Nationalteam ist gespickt mit Migranten: Im aktuellen Kader, mit dem sich Österreich für die Europameisterschaft 2016 qualifizierte, sind zwölf Fußballer vertreten, die Migrationshintergrund haben. Somit machen Migranten im österreichischen Teamkader rund 43 Prozent aus.

 

Nach einer Recherche der Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) spielen in den zehn Bundesliga-Vereinen über 40 Migranten und 68 Legionäre (Anm.: Stand Anfang September 2015). Von den zehn Bundesliga-Trainern haben drei Wurzeln in Ex-Jugoslawien, weitere drei sind deutsche Staatsbürger. Im Rahmen der Recherche wurden der MSNÖ Informationen von neun Vereinen zur Verfügung gestellt, einzig der  SV Mattersburg lieferte keine Daten.  

 

Zwölf Migranten im ÖFB-Team

Beim Erfolg gegen Schweden (8. September 2015), mit dem sich Österreich endgültig für die EURO 2016 in Frankreich qualifizierte, standen fünf Migranten in der Startelf. Insgesamt haben zwölf österreichische Nationalspieler des aktuellen Kaders Migrationshintergrund. 

 

Drei Fußballer wurden selbst im Ausland geboren: György Garics (Ungarn), Zlatko Junuzovic (in Serbien geboren, Wurzeln in Bosnien) und Martin Harnik (Deutschland).  Weiters haben folgende Fußballer Migrationshintergrund: Ramazan Özcan (Eltern in Türkei geboren), David Alaba (Mutter aus Philippinen, Vater aus Nigeria), Marko Arnautovic (Vater aus Serbien), Aleksandar Dragovic (Eltern aus Serbien), Yasin Pehlivan (Eltern aus Türkei), Veli Kavlak (Eltern aus Türkei), Christoph Leitgeb (Vater aus Kroatien), Rubin Okotie (Vater aus Nigeria) und Valentino Lazaro (angolanisch-griechische Wurzeln).

 

Zudem stehen mit Thomas Gebauer (deutsche Herkunft) sowie Cican Stankovic und Marco Djuricin (jeweils serbische Wurzeln) drei weitere Migranten auf Abruf im Kader.

 

Über 40 Migranten in der Bundesliga 

Von 277 Fußballern der höchsten Spielklasse haben nach MSNÖ-Recherchen mindestens 41 Spieler (rund 15 Prozent) Migrationshintergrund. Zwar hat Admira Wacker Mödling mit einem Legionär die wenigsten Spieler mit ausländischer Staatsbürgerschaft im Kader, dafür aber die meisten Fußballer mit Migrationshintergrund: Fünf Kicker haben Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien, zwei in der Türkei, einer in Nigeria.

 

Der SV Ried hat fünf Migranten im Team, darunter mit Mayr-Fälten den einzigen aus dem hohen Norden (Schweden). Ebenfalls fünf Migranten im Kader hat nach MSNÖ-Recherchen der SV Mattersburg (Verein selbst lieferte keine Daten bzw. Bestätigung).         

 

Verein

Spieler mit MH

Admira

8

Ried

5

Mattersburg

5

Austria

4

Salzburg

4

Sturm

4

Altach

3

Grödig

3

Rapid

3

WAC

2

 Spieler mit Migrationshintergrund in den zehn Bundesliga-Vereinen; Quelle: MSNÖ

 

23 Spieler mit ex-jugoslawischem Hintergrund

Die meisten Fußballer mit Migrationshintergrund haben ihre Wurzeln in Ex-Jugoslawien: Sie stellen 23 der 41 Migranten bzw. 56 Prozent aller Migranten in der Bundesliga. Je acht Fußballer haben Wurzeln in Kroatien und Bosnien-Herzegowina (Anm.: einige gehören der serbischen bzw. kroatischen Bevölkerungsgruppe an), vier Kicker haben türkischen Migrationshintergrund. Insgesamt stammen 35 der 41 Migranten aus Europa, fünf aus Afrika und einer aus Asien.

 

Salzburg: Drei Viertel sind Legionäre

Salzburg hat mit Abstand die meisten „Legionäre“ im Kader: 23 der 30 Fußballer haben eine ausländische Staatsbürgerschaft. Vier stammen dabei aus dem Weltmeisterland Deutschland. Mit Takumi Minamino (Japan) und Omer Damari (Israel) stehen zudem zwei von insgesamt drei aus Asien stammende Spieler in Salzburg unter Vertrag. Der dritte, Roi Kahat (Israel), spielt bei Austria Wien. Austria liegt übrigens mit neun ausländischen Spielern an zweiter Stelle in dieser Wertung, dahinter reiht sich Sturm Graz mit sieben Legionären.

 

Verein

“Legionäre”

Salzburg

23

Austria

9

Sturm

7

Rapid

6

Ried

6

Altach

5

WAC

5

Grödig

3

Mattersburg

3

Admira

1

Fußballer mit ausländischer Staatsbürgerschaft in der Bundesliga;  Quelle: MSNÖ

 

Deutsche, Spanier und Brasilianer am beliebtesten

Die meisten Legionäre in der Bundesliga stammen aus den Fußball-Topländern Deutschland, Spanien und Brasilien: Zwölf deutsche, neun spanische und sechs brasilianische Fußballer schnüren in Österreich ihre Fußballschuhe. Allein sie stellen damit rund 40 Prozent aller Legionäre.

 

Trainer: Drei Deutsche, drei Migranten aus Ex-Jugoslawien

Die Mehrheit der zehn Bundesliga-Trainer ist nicht österreichischer Abstammung: Mit Thorsten Fink (Austria), Franco Foda (Sturm) und Peter Zeidler (Salzburg) sind drei Deutsche als Trainer tätig, mit Zoran Barisic (Rapid), Damir Canadi (Altach) und Ivica Vastic (Mattersburg) haben drei weitere Trainer Wurzeln in Ex-Jugoslawien. Zudem ist Paul Gludovatz burgenlandkroatischer Abstammung.

 

Das österreichische Nationalteam wird vom Schweizer Marcel Koller gecoacht.

 

Weiterführende Informationen und Kontakte:

 

Den aktuellen ÖFB-Kader finden Sie hier: http://www.oefb.at/news-pid619

 

Siehe auch folgende MSNÖ-Artikel:

WM 2014: Internationale Wurzeln der Fußballer

 

Fußball: Viele Migranten im österreichischen Nachwuchs

 

60 Fußball-Legionäre in der Bundesliga

 

FC Red Bull Salzburg: Christian Kircher, office@redbullsalzburg.at, Telefon: +43/ 662/ 43 33 32

 

SK Rapid Wien: Peter Klinglmüller, presse@skrapid.com, klinglmueller@skrapid.com, Telefon: +43 1 72743-0

 

Cashpoint SCR Altach: Christoph Längle, presse@scra.at, Telefon +43 (0) 5523 52100

 

SK Sturm Graz: Alexander Fasching, alexander.fasching@sksturm.at, Telefon: +43 316 771 771-26

 

RZ Pellets WAC: Markus Perchthaler, media@rzpelletswac.at, Telefon: +43 4352/30 68 8

 

SV Ried: Christian Huber, christian.huber@svried.at, Telefon: +43/676/886765206

 

FK Austria Wien: Christoph Pflug, christoph.pflug@fk-austria.at, Telefon: +43-1-688 01 50-305

 

SV Grödig: Roland Arminger, roland.arminger@sv-groedig.at, Telefon: +43 (0)676 886765500 oder Lukas Fabi, lukas.fabi@sv-groedig.at, Telefon: +43 (0)676 886765901

 

FC Admira Wacker Mödling: Roland Kormesser, roland.kormesser@admirawacker.at, Telefon: +43 (0) 2236/48710

 

SV Mattersburg: Ines Pucher, i.pucher@svm.at, Telefon: +43 (2626) 62510

 

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