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Bulgarische Community zählt etwa 20.000 Personen

 Factbox

  • Stimmabgabe für Parlamentswahl für BulgarInnen im Ausland möglich
  • 259 Personen haben Antrag gestellt, jedoch ist Registrierung nicht notwendig
  • Wanderungssaldo steigt leicht an, während Zahl der Einbürgerungen sinkt
  • Lange Tradition des kulturellen Austausches zwischen Österreich und Bulgarien

17.159 Personen bulgarischer Herkunft leben laut Statistik Austria (Bevölkerungsstand 1.1.2012) in Österreich. Nach Schätzungen von Herwig Hadwiger, dem geschäftsführenden Vize-Präsidenten der Österreichisch-Bulgarischen Gesellschaft, leben rund 20.000 Menschen bulgarischer Herkunft in Österreich.

 

Insgesamt gaben 16.143 Personen Bulgarien als ihr Geburtsland an, 12.942 Personen besitzen die bulgarische Staatsangehörigkeit.

 

Stichtag: 01.01.2012  Österreich Bgld Ktn Slb Stmk Tirol Vlb Wien

Bulgarische

Herkunft

17.159 214 265 1.683 1.263 580 1.247 806 223 10.878

Geburtsort in

Bulgarien

16.143 203 251 1.616 1.179 556 1.188 789 218 10.143

Bulgarische

StaatsbürgerInnen

12.942 135 183 1.001 828 459 890 630 177 8.639

Quelle: Statistik Austria; eigene Darstellung

 

 

BulgarInnen wählen in Österreich

Am 12. Mai 2013 wird in Bulgarien ein neues Parlament gewählt. Für BulgarInnen in Österreich gibt es die Möglichkeit, die Stimme persönlich am Sitz der Ständigen Vertretung der Republik Bulgarien bei den Internationalen Organisationen in Wien abzugeben. Um an der Wahl teilnehmen zu können, müssen bulgarische StaatsbürgerInnen nicht im Vorfeld registriert sein; die Registrierung kann man am Wahltag vor Ort durchführen.

 

Laut dem bulgarischen Außenministerium kamen von insgesamt 72.526 Anträgen, die von BulgarInnen im Ausland für die Parlamentswahl gestellt wurden, 259 aus Österreich (257 aus Wien und jeweils ein Antrag aus Linz und Graz). Die mit Abstand meisten Anträge kamen aus der Türkei (60.561), gefolgt von Spanien (2.681), der USA (1.176) und Griechenland (1.153). Abgesehen davon hat das Außenministerium noch eine Liste von 511 BulgarInnen, die in Österreich für die Parlamentswahl ihre Stimme abgeben wollen.*

 

 

Kaum Asylanträge, Wanderungssaldo relativ konstant 

Den Asylstatistiken des Bundesministerium für Inneres zufolge gehörte Bulgarien in den vergangenen Jahren nie zu den antragsstärksten Nationen. Von 2007 bis 2012 wurden immer zwischen zwei und maximal fünf Anträge gestellt (insgesamt 19 Anträge). In den vergangenen zehn Jahren lag der Höhepunkt bei 56 Anträgen im Jahr 2005.

 

Sowohl die Zu- als auch die Wegzüge von BulgarInnen in Österreich sind in den Jahren von 2007 bis 2011 (mit einer Ausnahme im Jahr 2009) leicht gestiegen. Das Wanderungssaldo weist folglich eine relative Konstanz auf.

 

  2007 2008 2009 2010 2011
Zuzug 2.170 2.466 2.631 3.217 3.573
Wegzug 938 1.116 1.742 1.856 2.163
Saldo 1.232 1.350 889 1.361 1.410

Quelle: Statistik Austria (Wanderungssaldo 2007-2011); eigene Darstellung

 

 

Einbürgerungen seit 2007 wesentlich gesunken

Bei den Einbürgerungen ist auffällig, dass sie ab dem Jahr 2007 stark zurückgegangen sind. Man sieht zwar bereits in der Zeit von 2002 bis 2006 einen abfallenden Trend (mit einer Differenz von 76 Einbürgerungen), alleine von 2006 auf 2007 gab es jedoch eine weitaus höhere Differenz von 155 Einbürgerungen. Seit dem Jahr des EU-Beitritts Bulgariens befinden sich die Einbürgerungszahlen nur noch im zweistelligen Bereich. Im vergangenen Jahr gab es mit 65 Einbürgerungen, verglichen zum Vorjahr (46 Einbürgerungen), ein leichtes Hoch.

 

 Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Gesamt
Einbürgerungen 324 365 276 224 248 93 63  66 46 46 65  1.816

 Quelle: Statistik Austria (Einbürgerungen 2002-2012)

 

 

Mehr Frauen als Männer an öffentlichen Unis

Die Zahl der bulgarischen Studierenden ist in den vergangenen fünf Jahren an den öffentlichen Universitäten sowie an den privaten Unis und Fachhochschulen stetig gestiegen.

 

Auffällig ist, dass es meistens etwas mehr Frauen an den Privatunis und Fachhochschulen gibt als Männer. An den öffentlichen Universitäten kann man ebenfalls einen klaren Trend erkennen: Im vergangenen Jahr waren von insgesamt 1.972 bulgarischen Studierenden  1.219 Frauen (61,8 Prozent) und 753 Männer (38,2 Prozent).

 

  2008 2009 2010 2011 2012

öffentliche

Universitäten

1.238 1.497 1.675 1.837 1.972 

Fachhochschulen 

30 40 44 52  73
private Universitäten 38 40 39 53  n/a

Bulgarische Studierende in Österreich, jeweils Wintersemester; Quelle: BMWF; eigene Darstellung 

 

 

Kultureller Austausch für bulgarische Community zentral

BulgarInnen in Österreich sind gut vernetzt. Die Tradition des kulturellen Austausches zwischen Österreich und Bulgarien reicht weit zurück. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit sind laut Herwig Hadwiger sehr viele bulgarische StudentInnen nach Österreich gekommen.

 

Die Österreichisch-Bulgarische Gesellschaft wurde 1955 gegründet. Laut Marjan Pavušek, Generalsekretär der Gesellschaft, steht der kulturelle Austausch zwischen Österreich und Bulgarien im Zentrum der Gesellschaft. Daneben werden bulgarische Studierende und die Bulgarische Orthodoxe Kirche hierzulande unterstützt. Die Österreichisch-Bulgarische Gesellschaft engagiert sich zudem in Bulgarien, wo sie beispielsweise Kindergärten oder Altersheimen zur Seite steht. Dabei bringen sie hilfsbedürftigen Menschen beispielsweise Lebensmittel, Waschmaschinen oder Kühlschränke.

 

Bulgarische Schulen, darunter die 1992 gegründete Bulgarische Schule in Wien, sind ein weiterer wichtiger Punkt des kulturellen Austausches. Die Bulgarische Schule in Wien ist seit ihrer Gründung sehr aktiv und setzt sich nicht nur für die Bildung von Kindern ein, sondern bietet u.a. Deutschkurse für Erwachsene und Studierende an sowie einen Bulgarisch-Sprachunterricht für Nicht-Bulgarienstämmige.

 

 

Starke mediale Repräsentation

Mit den beiden Zeitungen “Vienna Dnes” und “A4″ werden zwei Zeitungen von der bulgarischen Community in Österreich herausgegeben. “Vienna Dnes” erscheint monatlich, “A4″ alle zwei Monate. Beide Medien werden im Printformat publiziert.

 

Auf dem TV-Sender Okto bemüht sich zudem eine Gruppe von Personen bulgarischer Herkunft, die hauptsächlich aus bulgarischen Studierenden besteht, um die Produktion der alle zwei Monate erscheinenden Sendung „Brigada“. Diese Sendung wird als Kulturplattform für die bulgarische Community genutzt, auf der Bildende KünstlerInnen, MusikerInnen, FilmemacherInnen oder DesignerInnen vorgestellt werden. Die Sendung wird hauptsächlich auf Bulgarisch präsentiert und teilweise mit deutschen Untertiteln versehen.

 

 

 Weiterführende Informationen und Kontakte:

 

*Diese Liste liegt auch der MSNÖ vor.

 

Botschaft der Republik Bulgarien, E-Mail: amboffice@embassybulgaria.at, Tel: 01/ 505 31 13 

 

Außenministerium der Republik Bulgarien

 

Herwig Hadwiger, Geschäftsführender Vizepräsident der Österreichisch-Bulgarischen Gesellschaft, E-Mail: office@hadwiger.at, Tel: 0699/100 68 381

 

Marjan Pavušek, Generalsekretär der Österreichisch-Bulgarischen Gesellschaft, Tel: 0664/44 22 225

 

Statistik Austriapresse@statistik.gv.at, Tel: 01/711 28/7777 

 

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF), E-Mail:  infoservice@bmwf.gv.at, Tel: 01/ 531 20-0    

 

Bulgarisches Kulturinstitut Haus Wittgenstein,E-Mail:  office@haus-wittgenstein.at, Tel: 01/ 713 31 64

 

Zeitung: “A4″, E-Mail: verein@bulgaren.org; Facebook: “Die Bulgaren in Österreich”

 

Zeitung: “Vienna Dnes”, E-Mail: info@viennadnes.com

 

Brigada” auf Okto

 

Bulgarische Schule Wien, E-Mail: office@bulgarische-schule.at

 

Bulgarische Schule in Graz, E-Mail: bgschule@email.com

 

Bulgarische Schule Linz, E-Mail: info@bulgarischeschule-linz.at

 

Bulgarische Orthodoxe Kirche Zum Heiligen Iwan Rilski, Kühnplatz 7, 1040 Wien 

 

Bulgarische Rhythmen, E-Mail: kitka@chello.at

 

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