- Knapp über 3.000 Menschen syrischer Herkunft leben in Österreich
- Parlamentswahlen am 7. Mai: Kein Wahllokal in Österreich vorgesehen
- 2011 wurden 422 Asylanträge von syrischen StaatsbürgerInnen gestellt
- Innerhalb der syrischen Gemeinde gibt es religiöse Vielfalt
- Erste arabische Immigrationswelle in 1970er Jahren brachte viele Intellektuelle
Die SyrerInnen stellen die viertgrößte Zuwanderungsgruppe der arabischen Community in Österreich (nach Ägypten, Irak und Tunesien). Laut Statistik Austria (Mikrozensuserhebung 2011) leben derzeit 32.568 Menschen, die in den 21 arabischen Staaten sowie den palästinensischen Autonomiegebieten (Mitglieder der Arabischen Liga) geboren wurden, in Österreich. Davon sind 3.009 Menschen syrischer Herkunft (Stichtag 1.1.2011), von denen der Großteil in Wien wohnt. Im Jahr 2010 haben 553 die syrische Staatsbürgerschaft bzw. 1.427 Personen, die in Syrien geboren wurden, die Bundeshauptstadt als ihren Hauptwohnsitz angegeben.
Für die Parlamentswahl am 7. Mai ist die Stimmabgabe in Österreich - nach Angaben der syrischen Botschaft gegenüber der Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) – nicht möglich. Allerdings kann bei der Botschaft durch Abgabe einer Vollmacht, die Stimme eines/einer Auslandssyrers/Auslandssyrerin von einer in Syrien lebenden Person abgegeben werden. Beim letzten Urnengang im Jahr 2007 konnten syrische StaatsbürgerInnen in Österreich wählen.
Personen syrischer Herkunft, Staatsangehörigkeit bzw. Geburtsland nach Bundesländern (Statistik Austria, Bevölkerungsstand 1.1.2010)
| Bgld | Ktn | NÖ | OÖ | Slbg | Stmk | Tirol | Vlbg | Wien | |
| Syrer | 41 | 80 | 315 | 488 | 161 | 137 | 102 | 43 | 1.427 |
Der Großteil der in Österreich lebenden SyrerInnen (rund 47 Prozent) wurde im Heimatland Syrien geboren. Nur 3,2 Prozent (90 Personen) haben Österreich als ihr Geburtsland angegeben.
Einbürgerungsstatistik (Statistik Austria, Eingebürgerte Personen seit 2000)
| Jahr | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
| Eingebürgert | 96 | 88 | 49 | 59 | 72 | 96 | 33 | 7 | 9 | 13 | 28 |
Von 2000 bis 2010 haben insgesamt 550 Menschen syrischer Herkunft die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten.
Seit Beginn der politischen Unruhen in Syrien sind nicht übermäßig viele SyrerInnen nach Österreich geflüchtet. Dem Innenministerium zufolge wurden 2011 422 Asylanträge von syrischen StaatsbürgerInnen verzeichnet.
Religiöse Vielfalt
Die syrische Gemeinde in Österreich, bestehend aus MuslimInnen, AlevitInnen und Angehörigen der orthodoxen orientalischen Kirche, ist durch mehre eigene Vereine organisiert. Zu den größeren syrischen Dachverbänden gehört die Syrische Gemeinde Österreichs, deren VertreterInnen auch die kürzlich gegründete oppositionelle “Union der Syrer im Ausland” mitgegründet hat.
Die syrisch-orthodoxe Gemeinde ist ein Teil der alt-orientalischen Kirche und wurde 1974 gegründet. Die Zahl der Angehörigen der syrisch-orthodoxen Kirche wuchs von etwa 500 Mitgliedern Mitte der 1970er Jahre bis heute auf mehr als 5.000 Gläubige an. Dies erfolgte auch durch Zuwanderung von syrisch-orthodoxen Christen aus Syrien, der Türkei, aus dem Irak und Libanon.
Hohes Bildungsniveau
Laut Tarafa Baghajati, gebürtiger Syrer und Mitgründer der Plattform muslimischer ÖsterreicherInnen, bestand insbesondere die erste Immigrationswelle der AraberInnen (aus Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon, Syrien) in den 1970er Jahren vorwiegend aus ÄrztInnen, ApothekerInnen und IngenieurInnen. Es handelte sich dabei vorwiegend um Angehörige einer urbanisierten Bevölkerungsschicht, die sehr häufig einen Hochschulabschluss vorzuweisen hatten und wegen fehlenden beruflichen Perspektiven ihr Glück im Westen versuchten. Viele kamen auch nach Wien um zu studieren bzw. um ihr Studium abzuschließen. Eine Studie der Stadt Wien aus den frühen 1970er Jahren ergab, dass nahezu die Hälfte der Studierenden aus dem Nahen Osten in Wien Medizin studierte.
Aus der Vielzahl syrischer MedizinstudentInnen und ÄrztInnen wurde 1989 das österreichisch-syrische Ärztekomitee gegründet. Die Vereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, die medizinische und kulturelle Zusammenarbeit zwischen Österreich und der arabischen Welt zu fördern.
Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der syrischen StaatsbürgerInnen, die in Österreich studieren:
| 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | |
| Studierende | 109 | 54 | 56 | 69 | 64 | 68 | 65 | 76 | 82 | 85 | 100 |
Verband der Syrischen Gemeinden in Österreich
Österreichisch-Syrisches Ärztekomitee
Kilani Tammam; Tel.:02282/2478
Tarafa Baghajati, Mitgründer der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen und Mitglied des Advisory Council of Eminent Experts von ENAR (ENAR – European Network against Racism); baghajati@aon.at
Kulturzentrum der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Österreich
Emanuel Aydin, Bischof in der Syrisch-Orthodoxen Kirche; Tel.: 01/8040916
Hazar Mirzo, gebürtige Syrerin, leitet ein orientalisches Tanzstudio, hazar.mirzo@gmx.at
Syrische Botschaft in Wien, vienna_embassy@syrianembassy.jet2web.at; Tel: 01/ 533 46 33
Statistik Austria: Medien- und Informationspolitik
presse@statistik.gv.at; Tel.: 01/ 71128-7767
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